Aschbach sagt Rasern den Kampf an. Vor allem in der Wallseer Straße sind die Autos zu schnell unterwegs. Die Gemeinde Aschbach will dem mit einem Bündel von Maßnahmen nun einen Riegel vorschieben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 21. November 2017 (04:37)
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Bürgermeister Martin Schlöglhofer und Peter Trimmel vom Kuratorium für Verkehrssicherheit tüftelten beim Infoabend über eine mögliche neue Verkehrsführung im Bereich des Schubertplatzes.
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In der Wallseer Straße wird viel zu schnell gefahren. Wie man die Autofahrer effektiv bremsen könnte, war daher Thema einer Bürgerinformation am Freitagabend im Saal des Alten Rathauses. Eine Arbeitsgruppe hatte schon im Vorfeld gemeinsam mit einem Experten des Kuratoriums für Verkehrssicherheit einige Konzepte dazu ausgearbeitet.

„Viele Autos rasen mit bis zu 80 Sachen an unseren Häusern vorbei“Ein Anrainer

Die Gemeinde sieht sich zwar auch mit dem Problem konfrontiert, dass viele Autofahrer nicht die Umfahrung nutzen, um von der B122 zur L84 zu gelangen, sondern nach wie vor durch den Ort fahren – bei den Maßnahmen, die nun überlegt werden, geht es aber weniger darum, die Anzahl der Autos zu minimieren, als vielmehr ihre Geschwindigkeit zu bremsen.

„Wenn in der Wallseer Straße alle nur 50 km/h fahren würden, wäre es kein so großes Problem. Aber viele Autos rasen mit bis zu 80 Sachen an unseren Häusern vorbei“, erklärte ein Anrainer. Geschwindigkeitsmessungen bestätigten, dass gerade in der Wallseer Straße „in beide Richtungen für österreichische Verhältnisse mit sehr hohen Geschwindigkeiten gefahren wird“, berichtete Peter Trimmel vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Gemeinde will das Problem rasch lösen

Diskutiert wird über das Problem schon lange und in manchen Wortmeldungen der Anrainer war auch Frustration und Ärger über die Situation zu spüren. „Wir verstehen nicht, warum die Polizei nicht regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen durchführt“, meinte ein Bürger etwa.

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Anrainer und Gemeinderäte lauschten interessiert den Ausführungen des Verkehrsexperten und brachten auch Vorschläge in die Diskussion ein.
NOEN

Ortschef Martin Schlöglhofer, betonte, dass er die Exekutive immer wieder bitte, in der Walleseer Straße zu kontrollieren, mehr könne er nicht tun. „Mir ist es aber persönlich ein großes Anliegen, dieses Verkehrsproblem zu lösen“, versicherte der Bürgermeister. Konkret will die Gemeinde die Autofahrer mit einem Bündel verschiedener Maßnahmen dazu bringen, langsamer zu fahren.

Von der L84 kommend soll bei der Einfahrt in die Wallseer Straße ein Fahrbahnteiler errichtet werden, um sie zu bremsen. Geplant ist auch die Errichtung eines Radweges, der ein Stück weit in den Ort hineingezogen werden könnte, um die Fahrbahnbreite zu verringern. Im Siedlungsbereich selbst will man das dann durch Parkstreifen und Grüninseln erreichen, die einmal links und einmal rechts neben der Fahrbahn platziert werden sollen.

Zusätzlicher Eingang zum Kindergarten

Überlegt wird auch in der Wallseer Straße einen Eingang zum Kindergarten zu schaffen. „Das ist ohnehin ein Wunsch der Bürger und wir könnten dann bei der Behörde auch gleich um eine Tempo-30-Zone in diesem Bereich ansuchen. Auch das würde die Autofahrer bremsen“, sagt Schlöglhofer.

Umgestaltet soll die Deichstetter-Kreuzung (Unterer Markt/ Mittlerer Markt/Wallseer Straße) werden. „Denn da rasen ja auch Leute durch, als wären sie Formel I-Fahrer“, sagt der Bürgermeister. Hochbordgehsteige und Parkbuchten sollen künftig keine so hohen Geschwindigkeiten mehr zulassen.

Thema beim Infoabend war auch die Schubertkreuzung (bei der Pfarrkirche). Da wurde die Idee geboren, in diesem Bereich den Vorrang der Straßen zu ändern. Derzeit haben ja die Autos am Unteren Markt freie Fahrt. Hätten jene auf der Schubert straße Vorrang, müssten sie aber abbremsen. Trimmel hält diese Variante für machbar. „Allerdings muss die Kreuzung dafür baulich umgestaltet werden.“ Die Gemeinde will das von der Bezirkshauptmannschaft prüfen lassen.

Verwirklicht sollen viele der Maßnahmen schon im kommenden Jahr werden. Im Budget 2018 sollen Mittel dafür vorgesehen werden.

Angedacht sind außerdem auch noch Fahrbahnteiler bei der Ortseinfahrt Radlbauer und bei der Ortseinfahrt Kematen/Riesing.