Erstellt am 26. Mai 2015, 09:15

von Daniela Führer

Bangen um Marijat. Negativer Asylbescheid: Gerhard Steinkellner vom Verein SüdFilmFest setzt sich mit Schwestern des Klosters Hainstetten für Asylwerberin ein.

Der Amstettner Gerhard Steinkellner vom Verein SüdFilmFest ist von Marijats Schicksal zutiefst berührt. Er wird sich weiterhin für ihren Verbleib in Österreich einsetzen. Foto: Schlemmer  |  NOEN, Schlemmer
Mit einem Lächeln öffnet Marijat die Tür zu ihrer Wohnung in Hainstetten. Herzlich bietet sie ihren Gästen Tee und Kaffee an und verliert nie ihr Strahlen im Gesicht – obwohl sie erst vor wenigen Tagen eine zutiefst erschütternde Nachricht erhielt. Ihr Asylantrag wurde erneut, in dritter Instanz, abgelehnt.

Flucht nach Zwangsverheiratung

Große Hoffnungen hatte sie in diesen neuerlichen Bescheid gesetzt. Unterstützung erhielt sie nämlich von mehreren Seiten. Gerhard Steinkellner vom Verein SüdFilmFest und auch Schwester Judith aus dem Kloster Hainstetten verfassten Briefe, in denen sie sich für den Verbleib von Marijat in Österreich aussprachen.

„Marijat und ihr Mann sind so liebe Leute, sehr hilfsbereit und freundlich. Ich verstehe nicht, warum sie nicht in Österreich bleiben dürfen“, sagt Schwester Judith.

„Sie haben sich sehr gut bei uns eingegliedert. Marijat ist auch regelmäßig bei uns im Nähcafé“, schildert auch Gerhard Steinkellner, den das Schicksal der 37-jährigen Marijat aus Dagestan tief berührt: Zunächst wurde sie von ihrer Familie zwangsverheiratet. Dieses Leben entpuppte sich für die 37-Jährige als Albtraum. Sie sah keinen anderen Ausweg mehr und flüchtete.

„Die Behörden sehen keinen Fluchtgrund“

Einzig ihre Schwester stand hinter ihr. Sie ist auch die einzige aus der Familie, zu der Marijat noch Kontakt hat. Der Rest hat mit ihr gebrochen. Mehr noch: „Muss sie zurück, wird sie umgebracht“, macht Gerhard Steinkellner deutlich. „Doch die Behörden sehen keinen Fluchtgrund, da offiziell Frieden in Dagestan herrscht.“

Und so wurde Marijats Asylantrag erneut abgelehnt. „Die Behörden glauben mir nicht“, ist Marijat verzweifelt. Erneut wird sie Berufung gegen den negativen Bescheid des Asylantrags einlegen, erneut wird sie hoffen ...

Seit zwei Jahren ist Marijat bereits in Österreich. Hier lernte sie einen liebevollen Mann kennen, den sie heiratete. Auch er flüchtete aus seiner Heimat und hofft schon seit sechs Jahren auf einen positiven Asylbescheid.