120 Jahre Stadt Amstetten: Feiern und nachdenken. Amstetten erinnert sich an Stadterhebung vor 120 Jahren und startet eine Vortragsreihe zum Thema Demokratie. Auch Bürger sind zu Statements eingeladen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 06. Februar 2018 (04:29)
Präsentierten das Programm für das Jubiläums-Jahr 2018: Stadtarchivar Thomas Buchner, Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig, Bürgermeisterin Ursula Puchebner und Kulturamtsleiterin Elke Strauss.
Hermann Knapp

Gleich mehreren besonderen Anlässen gedenkt die Stadt in diesem Jahr. 2018 wird nicht nur 100 Jahre „Erste Republik“ gefeiert, Amstetten blickt auch auf die Stadterhebung in den Jahren 1897 und 1898 zurück. Es gibt aber auch traurige Ereignisse, die sich jähren: Der Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland und natürlich das Novemberprogrom im Jahr 1938.

Wissensvermittlung und Gedanken zu Demokratie im Fokus

„Wir bieten den Bürgern unter dem Motto „Feiern, gedenken, nachdenken“ ein vielfältiges Programm“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner. Zur Stadterhebung wird im Rahmen eines Vortrags am 12. April Stadtarchivar Thomas Buchner Wissenswertes rund um Amstetten und seine Entwicklung im späten 19. Jahrhundert präsentieren.

Den zweiten Schwerpunkt bildet eine Vortragsreihe, in der vor allem das Thema Demokratie im Mittelpunkt stehen wird. Historiker Gerhard Ziskovsky wird der Frage nachgehen, was die 1918 erfolgte Demokratisierung auf lokaler Ebene bedeutete. Stefan Eminger vom NÖ-Landesarchiv wird am Beispiel Niederösterreich aufzeigen, woran die erste Republik scheiterte, Stadtarchivar Thomas Buchner wird das Jahr 1939 in Amstetten thematisieren.

Philipp Mettauer vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs wird die neuesten Erkenntnisse zu den Vorgängen in der Anstalt Mauer-Öhling im Dritten Reich präsentieren. Irene Bandhauer-Schöffmann von der Uni Wien wird die Demokratie in der Zweiten Republik beleuchten.

Es wird aber nicht nur Wissensvermittlung geben, die Bevölkerung ist auch eingeladen, sich selbst Gedanken zum Thema Demokratie zu machen und ihre Meinungen, ihre Wünsche, Hoffnungen und auch Sorgen an die Kulturabteilung zu schreiben (Näheres im AmPuls und auf der Homepage der Stadt). „Wir hoffen, dass sich viele Menschen an diesem Prozess beteiligen. Demokratie beginnt ja schon bei Entscheidungsprozessen in der Familie“, sagt Kulturstadträtin Ulrike Königsberger-Ludwig.

Im Herbst sollen die Displays in der Innenstadt mit Statements von Bürgern, aber auch mit den Ergebnissen von Schulworkshops neu gestaltet werden. Der Verein „Sapere Aude“ arbeitet mit Schülern von acht Amstettner Schulen. Ziel ist es, ihre Meinung zum Thma Demokratie einzufangen, aber auch das Verständnis und das Engagement für Demokratie zu fördern.