Erstellt am 22. Juni 2015, 08:46

von Hermann Knapp

Volksbanken: Fusion mit September fix. Volksbanken NÖ-AG nimmt Formen an. Bankstellen bleiben erhalten. Regionaldirektion am Amstettner Hauptplatz angesiedelt.

Das Haus der Volksbank am Hauptplatz in Amstetten wird Sitz der neuen Regionaldirektion. Die Bankstelle in der Kruppstraße bleibt aber natürlich erhalten. Foto: Sengstschmid  |  NOEN, Mag. Gerhard Sengstschmid
Die Fusion der Volksbank Alpenvorland mit den Volksbanken St. Pölten-Krems-Zwettel und Donau Weinland (Stockerau) nimmt Fahrt auf: Zwar steht der offizielle Sanktus der Bankenaufsicht aus, „aber da wir alle Auflagen erfüllt haben, rechnen wir mit einer positiven Entscheidung noch im Juni“, sagt Direktor Adolf Hammerl.

Neue IBAN-Codes für 65.000 Konten

Eine große Herausforderung wird die technische Umstellung durch das Rechenzentrum am 19. und 20. September sein. Rund 65.000 Konten erhalten an diesem Wochenende einen neuen IBAN-Code und da darf und soll natürlich nichts schief gehen.

Neue Bankomatkarten werden die Kunden natürlich schon vorab bekommen. „Das soll für sie dann aber auch die einzige spürbare Auswirkung der Fusion sein. Ansonsten ändert sich nichts. Alle Bankstellen bleiben erhalten und alle Ansprechpersonen werden dieselben sein wie zuvor“, versichert Hammerl.

Die neue Volksbanken NÖ-AG wird eine Bilanzsumme von rund zwei Milliarden Euro und 380 Mitarbeiter haben.

32 Beschäftigte übersiedeln nach St. Pölten

Fix ist bereits, dass 32 Beschäftigte der Alpenvorland, die im Verwaltungsbereich tätig sind, nach St. Pölten übersiedeln werden.

„Wir sind sehr froh, dass sich alle bereit erklärt haben, diesen Schritt mit uns zu gehen. Viele von ihnen werden im neuen Institut Führungsaufgaben übernehmen“, sagt Hammerl. Er selbst wird natürlich dem Vorstand der neuen Bank angehören. Im Aufsichtsrat werden vier Vertreter aus der Region sitzen.

In Amstetten wird künftig eine Regionaldirektion ihren Sitz haben, geleitet von Dietmar Steindl. „Denn es ist uns ein großes Anliegen, die Regionalität zu erhalten. Die Kundenstruktur im Bereich Amstetten ist ganz anders, als jene im Weinviertel und wir wollen uns in allen Bereichen optimal auf deren Bedürfnisse abstimmen.“

Standort der Regionaldirektion wird das Obergeschoß des Bankhauses am Hauptplatz sein. Die Filiale in der Kruppstraße bleibt erhalten, das dritte und vierte Stockwerk sollen allerdings vermietet werden.

Enns-St. Valentin: Fusion erst 2017

Einmal in Gang gekommen, schreitet der Fusionsprozess der Volksbanken übrigens rasant voran. Noch ist die Volksbank NÖ-AG gar nicht offiziell gegründet, da wird schon mit der Volksbank Fels/Wagram über einen Zusammenschluss verhandelt. Ursprünglich war dieser erst für 2016 vorgesehen, nun soll er aber doch schon mit Ende 2015 über die Bühne gehen. Und auch die Fusion mit der Volksbank Tullnerfeld steht heuer noch auf dem Programm.

Läuft alles wie geplant, wird die Volksbank NÖ-AG mit Jahresende eine Bilanzsumme von 2,3 Milliarden Euro aufweisen, rund 450 Mitarbeiter beschäftigen und 60 Geschäftsstellen haben. Für das Jahr 2016 ist dann der Schulterschluss mit den Volksbanken Ötscherland und Horn geplant.

„2017 soll dann noch die Volksbank Enns-St. Valentin dazukommen“, berichtet Hammerl. Dann werden weitere zwei Regionaldirektionen geschaffen, wobei eine ihren Sitz in Wieselburg, die andere in St. Valentin, Enns oder Steyr haben wird. Sie werden dann auch einen Teil der Gebiete übernehmen, die derzeit von Amstetten aus betreut werden.

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Volksbanken-Infos

  • Laut dem im Herbst 2014 vorgestellten Sanierungskonzept werden die 44 regionalen Banken zu acht Instituten fusioniert und das Spitzeninstitut ÖVAG Ende Juni 2015 zu einer Bad Bank umgewandelt. Diese wird ohne Banklizenz in den folgenden Jahren abgebaut. Steuergelder sollen nicht mehr benötigt werden.

  • Zur Vorgeschichte: Die Volksbanken AG (ÖVAG) hatte sich mit ihrer Osteuropa-Expansion und der Übernahme der Investkredit Bank AG und der Kommunalkredit Austria AG um zusammen 800 Millionen Euro im Jahre 2005 erhebliche Risiken aufgehalst, die in der Finanzkrise 2008 schlagend wurden. Davon hat sich die ÖVAG nicht mehr erholt.