Finanzielle Nöte: „Der VCA steht vor dem Aus“. Rückzug des Hauptsponsors und neue Richtlinien in der Nachwuchssportförderung stürzen den VCA in finanzielle Nöte.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:53)
VCA-Sportdirektor Micha Henschke plagen finanzielle Sorgen. Foto: Vogl
Ingrid Vogl

Seit Jahren zählt der VCA zu den Topvereinen im niederösterreichischen und österreichischen Volleyball. Die Amstettner kürten sich dreimal zum österreichischen Cupsieger, eroberten Europacupplätze, mehrere österreichische Nachwuchsmeistertitel und unzählige Landesmeistertitel und verfügen momentan über vier Nationalspieler im Herrenbereich sowie acht im Nachwuchs. Außerdem ist der VCA der einzige Verein, der in der Bundesliga nur mit Österreichern spielt. Damit könnte nun aber bald Schluss sein.

„Der VCA steht vor dem Aus“, fasst Sportdirektor Micha Henschke die finanzielle Situation des Vereines zusammen, denn für die kommende Saison weist das Budget der Amstettner ein Minus von 50.000 Euro im Vergleich zur laufenden Saison auf.

Gründe für die prekäre Lage sind der Rückzug von Hauptsponsor Hypo, der sich laut Henschke künftig auf Fußball und den Kulturbereich konzentrieren wird, und die neuen Vergaberichtlinien des Landes Niederösterreich in der Nachwuchssportförderung.

50.000 Euro weniger in der Vereinskasse

Unterstützung vom Land verliert der VCA gleich mehrfach. So wird das Leistungszentrum von Amstetten nach St. Pölten umsiedeln, wo ein neues Landesleistungszentrum aufgebaut wird. Prämien für Topleistungen wie österreichische Meistertitel wird es in Zukunft auch nicht mehr geben.

„Da beißt sich meiner Meinung nach die Katze in den Schwanz. Man will mehr Leistung und mehr Qualität, aber eine Motivation, das zu erreichen, gibt es nicht. Es macht keinen Unterschied, ob ein Verein Nationalspieler hervorbringt oder österreichische Meistertitel holt, die Summe der Förderung bleibt immer gleich. Das wurde uns auch vom Landesverband bestätigt“, kritisiert Henschke.

Kritik, die seitens des Landes an die Amstettner zurückgegeben wird. Man habe den VCA beim letzten Gespräch nicht als konstruktiven Partner erlebt und hoffe in Zukunft auf ein konstruktives Mitwirken als Fachexperten, teilte Ilse Stöger den Vereinsverantwortlichen via E-Mail mit.

Außerdem erinnerte die Leiterin der Abteilung Sport daran, dass der Sport in Österreich autonom und nicht staatlich organisiert sei. „Förderungen dienen in erster Linie dazu, eine Entwicklung zu unterstützen und nicht dazu, den wirtschaftlichen Erhalt von Sportvereinen zu sichern“, stellte Stöger klar.

Für die laufende Saison ist der Spielbetrieb in Amstetten jedenfalls noch gesichert. Ob beziehungsweise wie es in der nächsten Saison weitergeht, ist aber noch höchst ungewiss. „Wir werden weiterkämpfen“, verspricht Sportdirektor Micha Henschke.