Stadt will das Schloss Ulmerfeld bis 2026 beleben. Robert Gelbmann will nächstes Jahr Schlossheurigen etablieren. Auch mehr „Open-Air“-Veranstaltungen dürfte es geben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. September 2020 (05:17)
Gespräche über die Belebung des Schlosses Ulmerfeld (von links): Kulturstadtrat Stefan Jandl, Bürgermeister Christian Haberhauer, Gastronom Robert Gelbmann und Ortsvorsteher Anton Geister.
Knapp

„Wir machen uns Gedanken, was für das gesellschaftliche Leben der Bewohner des Ortsteiles Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth wichtig ist. Neben der ‚wirkstatt‘, für die ja in der Vorwoche der Spatenstich erfolgt ist, spielt da natürlich das Schloss Ulmerfeld eine große Rolle, das wir temporär besser bespielen möchten“, sagt Stadtchef Christian Haberhauer.

Eine wichtige Funktion kommt in diesem Zusammenhang Gastronom Robert „Geli„ Gelbmann zu. Er kann sich nämlich vorstellen, im Schloss einen Probelauf mit einem temporären Catering zu versuchen: „Die Idee wäre, 2021 ab dem Frühsommer im Schlosshof jeweils am Freitag- und Samstagabend und am Sonntag ganztägig einen Schlossheurigen zu etablieren und den Gästen kleine kalte Speisen zu offerieren. Theoretisch könnten in diesem Rahmen auch kleine überschaubare Feiern stattfinden.“

Im nächsten Jahr steht das 700-Jahr-Jubiläum des Schlosses an, was ein guter Zeitpunkt wäre, um eine touristische Offensive zu starten. „Wir blicken da natürlich auch schon in die Zukunft. Amstetten wird sich um die Landesausstellung im Jahr 2026 bewerben und das Schloss Ulmerfeld ist da ein wichtiges Objekt, das wir bis dahin aufbauen und touristisch positiv aufladen wollen“, sagt Haberhauer. Der Bürgermeister verweist auch erneut auf die angestrebte Symbiose: „Wer im Schloss heiratet, kann die wirkstatt zum Feiern nutzen.“

Keine Konkurrenz für die Vereine

Auch dort wird Gelbmann übrigens Catering anbieten, aber die Pforten des neuen Hausmeninger Veranstaltungszentrums werden natürlich auch anderen Gastronomen offen stehen.

Die Heurigenabende im Schloss könnten in Absprache mit Gelbmann auch mit kulturellen Aktivitäten verzahnt werden. „Ich denke da an einen Wiener-Lieder-Abend oder an ein Gstanzl-Singen. Wir werden sicher gute Ideen entwickeln“, sagt Kulturstadtrat Stefan Jandl.

Keinesfalls Konkurrenz will man den Vereinen machen, die bisher schon das Schloss für Veranstaltungen genutzt haben – wie etwa die Theatergruppe Ulk. „Sie werden ihre Veranstaltungen wie bisher abhalten und auch selber ausschenken können“, versichert Haberhauer.

Im Grund geht es darum, das Schloss sanft aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Durch die Übersiedlung des Musikvereines in die „wirkstatt“ steht künftig im Gebäude ja auch mehr Raum für Aktivitäten zur Verfügung. Und die Zahl der „Open-Air“-Veranstaltungen soll ebenfalls ausgebaut werden.

„Derzeit sind wir noch in der Planungsphase und natürlich muss auch der Gemeinderat diesen Vorhaben zustimmen. Aber ich bin sicher, dass wir mit einer Mobilisierung des Schlosses einen wichtigen Impuls für den Ortsteil und ganz Amstetten setzen können“, sagt Ortsvorsteher Anton Geister. Das Schloss sei ein Juwel, das man auch entsprechend herzeigen und nutzen müsse.