Betrüger schlugen in Amstetten zu. Amstettner im Visier der Telefon-Mafia. Mann wurde um eine hohe Geldsumme geprellt. Polizei warnt vor Geldübergabe.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Juli 2021 (05:09)
Betrug Symbolbild
Betrug Symbolbild
shutterstock.com/fizkes

Um einen hohen fünfstelligen Geldbetrag wurde in der Vorwoche ein 56-jähriger Amstettner geprellt. Das Opfer erhielt einen Anruf von einem Mann, der sich als „Polizei Kematen“ vorstellte. Der angebliche Beamte teilte ihm mit, dass seine Nichte einen Unfall verschuldet habe, ihr Versicherungsschutz aber vor zwei Tagen abgelaufen sei.

Falsche Polizei setzte Opfer unter Druck

Aus diesem Grund sei beim Gericht eine Kaution von 72.000 Euro zu bezahlen, wovon 20.000 Euro bereits der Lebensgefährte der Nichte bezahlt habe. Der falsche Polizist telefonierte insgesamt zwei Stunden mit dem Opfer und forderte es auf, einem Boten eine hohe Geldsumme zu übergeben. Dabei setzte er das Opfer auch unter Zeitdruck. Tatsächlich ließ sich der Amstettner überreden und händigte einem Boten, der bei ihm läutete, einen hohen Geldbetrag und auch Schmuck aus.

Erst als es zu spät war, schöpfte der Amstettner schließlich Verdacht und wandte sich an die richtige Polizei. Doch die Chance, das Geld zurückzubekommen ist gleich null.

Die Polizei warnt eindringlich davor, dass derzeit von Betrügern gezielt Menschen in Amstetten kontaktiert würden.

87-Jährige entging Betrug nur knapp

Am 1. Juli erhielt etwa eine 87-jährige Frau gleich mehrere Anrufe von einem Mann und einer Frau mit Mostviertler Dialekt. Der Mann erklärte der Amstettnerin, dass ihre Tochter einen schweren Autounfall gehabt habe, an dem sie die Schuld trage. Um nicht ins Gefängnis zu kommen, müsse sie eine Kaution von 50.000 Euro hinterlegen.

Da die Amstettnerin das Geld von ihrer Bank nicht bekam, vereinbarte sie in einem Telefonat mit der weiblichen Täterin, dass sie sämtliche Wertgegenstände aus ihrem Banksafe holen werde, was sie auch tat. Die Übergabe wurde für 16 Uhr festgesetzt. Dazu kam es aber zum Glück nicht, denn inzwischen hatte die alte Frau ihre Tochter angerufen, die sie darüber aufklärte, dass sie keinen Unfall gehabt habe und es sich bei den Anrufern offenbar um Betrüger handle.

Die Tochter alarmierte auch die Polizei, worauf sich eine Streife auf dem Weg zur Wohnung der Mutter machte. Die Beamten waren noch unterwegs, als sie von der Landesleitzentrale informiert wurden, dass ein Täter schon an die Tür klopfe. Es war aber nur ein Nachbar, der von der Tochter alarmiert worden war und bei der alten Frau nach dem Rechten sehen wollte. Die Betrüger selbst ließen sich zum vereinbarten Zeitpunkt nicht blicken.

Die Polizei rät, sich keinesfalls von Anrufern zu einer Geldübergabe überreden zu lassen, sondern erst nachzuforschen.