Amstettner Klimaökonom Gernot Wagner: „Müssen handeln“

Erstellt am 02. April 2022 | 06:20
Lesezeit: 2 Min
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Nach dem Vortrag (von links): Josef Riegler, ehemaliger Vorsitzender der Katholischen Arbeiterbewegung, Gernot Wagner und Pfarrer Peter Bösendorfer.
Foto: Brückner
Das neue Buch „Stadt – Land – Klima“ von Gernot Wagner fordert zum Hinterfragen auf, wie man wohnt, reist und isst.
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Am Freitag der Vorwoche fand unter der Organisation der Katholischen Arbeiterbewegung der Diözese St. Pölten, der Arbeiterkammer und des Gewerkschaftsbunds ein Vortrag unter dem Titel „Klimaschutz – die Herausforderung. Chancen für Arbeitsplätze und Gesellschaft?“ in der St. Marienkirche Amstetten statt. Der Vortragende Klimaökonom Gernot Wagner stammt aus Amstetten und lehrt an der Columbia- und an der Harvard University in den USA. Nach seinem Buch „Klimaschock“, das zum Wissenschaftsbuch des Jahres 2017 gewählt wurde, präsentierte der Autor sein neues Exemplar „Stadt – Land – Klima“.

Nach den einleitenden Worten von Pfarrer Bösendorfer, dass wir vergessen haben, das empfindliche Gleichgewicht der Geschöpfe unserer Erde zu respektieren, folgte der Vortrag vom Autor Gernot Wagner über Themen, die für die Gegenwart, aber vor allem für die zukünftigen Generationen von Bedeutung sind. Er richtete einen Appell an die Politik, die Industrie-Chefs, beziehungsweise an die gesamte Gesellschaft, Maßnahmen zu setzen, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Wagner behandelte in seinen Ausführungen auch kritische Themen, wie Energie aus Atomkraft, zukünftigen Kauf von Flüssiggas aus Amerika, den Verkauf von SUV’s und Forschung im Bereich Fusionsenergie. „Der CO2-Ausstoß in Österreich steigt seit 1990, obwohl Österreich im Jahre 2040 CO2- neutral sein möchte“, fragt sich der Dozent, wann endlich ein Umdenken stattfindet. Während des Vortrags gab Wagner auch Inputs für klimafreundlicheres Handeln, wie die Möglichkeit der Altbausanierung und Isolierung von Wohnanlagen, die Verpflichtung von Solaranlagen auf Dächern, die Effizienz von Wärmepumpen, das Belassen von vorhandenen Grünflächen oder die Bepflanzung mit Bäumen, um das Kohlenstoffdioxid aus der Luft zu binden. „Für eine zukunftstaugliche Welt müssen wir endlich handeln“, appellierte der gebürtige Amstettner auch an alle Anwesenden.

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