Biber sind in Amstetten fleißig am Werk. VP fürchtet Kahlschlag am Ybbsweg und fordert Maßnahmen. Trotz neuer Biberverordnung gibt es aber wenig Spielraum.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 14. März 2017 (04:35)
Die Biber sind an der Ybbs unermüdlich am Werk. Mit ihren scharfen Zähnen legen sie Baum um Baum um. Foto: Kovacs
Kovacs

Die Biberpopulation an der Ybbs bereitet der ÖVP Sorgen. „Damm oder Biber – diese Frage werden wir uns bald stellen müssen, denn am Ybbs-Begleitweg erleben wir einen regelrechten Kahlschlag. Der Biber frisst die Bäume weg und der zuständige grüne Stadtrat schaut einfach zu“, wettert VP-Vizebürgermeister Dieter Funke. Er kündigt an, dass die ÖVP das Thema im nächsten Ausschuss zur Sprache bringen werde.

Auf Ybbs-Insel fallen die Bäume reihenweise ...

Dieter Stadlbauer vom Stadtbauamt berichtet, dass die fleißigen Nager tatsächlich allmählich zu einem Problem werden. „Die Biber legen uns sogar Bäume mit 50 bis 60 Zentimetern Durchmesser um. Wir haben daher begonnen, am Ybbsweg alle Stämme mit einem Sandgemisch zu bestreichen, um ihnen den Appetit darauf zu verderben.“

Besonders eifrig, so Stadlbauer, seien die Nager auf der neu geschaffenen Insel in der Ybbs am Werk. Dort fällten sie die Bäume gleich reihenweise. „Da die Insel nicht begehbar ist, fällt es aber nicht so auf und grundsätzlich hat man ja auch gesagt, dass man dort die Natur walten lassen will.“ Den Ybbsdamm selbst sieht Stadlbauer noch nicht gefährdet. „Wir kontrollieren ihn aber regelmäßig, wie auch bei den Rückhaltebecken an den Bächen.“

Im Mühlbach wurden ebenfalls schon Biber gesichtet und angeblich auch in der Url. Ob auf Dauer die Beobachtung der Aktivitäten der Nager allein ausreichen wird, ist fraglich. „Die Entscheidung, welche Maßnahmen gesetzt werden, muss die Politik treffen“, sagt Stadlbauer.

Umweltstadtrat Gerhard Haag von den Grünen will nichts überstürzen. „Man muss in der Sache aber mit Maß und Ziel vorgehen, darum wird ja auch versucht, die Bäume mit einem Anstrich zu schützen. Ein Abschuss der Tiere wäre trotz neuer Biberverordnung nicht möglich, da müsste schon Gefahr in Verzug sein. Die Dämme sind aber derzeit nicht gefährdet.“

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