Sonderbewachung für Maibaum: Drei Nächte gekartelt. Mit einer speziellen Aktion hielt der Tarock- und Feitlclub Neustadtl potenzielle Diebe vom Maibaum fern. Drei Nächte lang wurde durchgehend Karten gespielt.

Von Peter Führer. Erstellt am 10. Mai 2017 (06:01)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Mehrere Partien machten im Container die Nacht zum Tag und spielten bis in die frühen Morgenstunden.
privat

Dass der Neustadtler Maibaum noch dort steht, wo er hingehört — nämlich nach Neustadtl — ist auch dem Tarock- und Feitlclub zu verdanken. Mitglieder und Gäste machten drei Nächte lang durch und verbrachten die Zeit kartenspielend in einem eigens angebrachten Container neben dem Baum.

„Wir haben immer wieder etwas gehört, herangetraut hat sich aber keiner“Die Kartenspieler waren stets auf der Hut, wie Vereinsobmann Johann Temper verrät

Im Wachcontainer wurde eifrig gekartelt, der Blick war dabei aber auch auf den Maibaum gerichtet. Foto: privat
privat

Während man mit einem Auge auf die Karten blickte, schielte das andere dabei stets aus dem Fenster. Immer auf der Suche nach möglichen Maibaumdieben. „Wir haben immer wieder etwas gehört, aber da wir aufmerksam waren, traute sich keiner heran. Unser mehr als 30 Meter hoher Maibaum wäre aber wahrscheinlich ohnehin nicht so leicht zu stehlen gewesen“, berichtet Vereinsobmann Johann Temper von der Aktion.

Jede Nacht, von 18 bis 6 Uhr, fand die Sonderbewachung des Maibaums, der von den Feuerwehren Oberholz, Neustadtl und Nabegg händisch aufgestellt wurde, statt. Und die Bewachung wurde zum Kartenspiel-Event: „Es waren immer mehrere Partien dabei. So wurde tarockiert, preferanzt und geschnapst und zwischendurch immer mal wieder durchgewechselt. Unsere Wirte haben uns mit Getränken und Mehlspeisen versorgt. Eine Gulaschsuppe von Johann Burgstaller und ein Sauschädl und Stelzen von Josef Huber haben uns ebenfalls gestärkt“, berichtet Temper.

Ein Revival nach fast zwei Jahrzehnten

Bereits 1998 fand diese Form der Sonderbewachung statt. „Damals hat Rudolf Leimhofer die Idee dazu gehabt. Nach seinem Tod 1999 wurde es aber nicht mehr durchgeführt“, berichtet Temper. Es waren die Vereinsmitglieder Josef Huber und Johann Burgstaller, die den Verein nun wieder verstärkt ins Rampenlicht bringen wollten, und bei der Jahreshauptversammlung am Gründonnerstag eine Wiederholung vorschlugen.

Josef Huber (l.) und Johann Burgstaller (r.) organisierten die Aktion und agierten als Ideengeber. Foto: privat
privat

„Die beiden haben auch die hervorragende Organisation übernommen und waren durchgehend vor Ort. Auch viele unserer über 290 Mitglieder haben die Aktion unterstützt, waren zeitweise dabei oder haben Mehlspeisen gebracht. Am ersten Tag waren an die 35 Leute dabei, am zweiten über 20 und am letzten Tag ungefähr 27 bis 28. Es war ein ständiges Kommen und Gehen“, berichtet Johann Temper vom großen Andrang.

Die nächtelange Maibaumwacht führte durch diverse Spenden und „Preisgelder“ für verlorene Spiele auch zu einem Erlös, der für einen guten Zweck gespendet wird. „Alles was überbleibt, spenden wir dem USV Neustadtl. Das Geld soll vor allem den jungen Fußballern zugute kommen“, verrät Temper.

Ganz zur Ruhe können die Kartler vom Tarock- und Feitlclub allerdings noch nicht kommen. So steht Ende Mai der zweite Durchgang der kartenspielenden Maibaumwacht auf dem Programm. „Von 29. bis 31. Mai geht es für uns wieder weiter. Wir freuen uns jetzt schon auf viele Besucher und Mitspieler“, hofft Temper auf eine ähnlich gelungene Bewachung.