Lebensgefährten Messer nachgeschossen?. Alkoholisiert soll 54-Jährige zur Attacke geschritten sein. Opfer bleibt dem Gericht fern.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 02. Mai 2019 (05:11)
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„Einmal ruft er bei uns an, dann sie. Sie streiten halt ständig und der Alkohol tut seines dazu“, erzählt ein Polizist über ein Paar aus Waidhofen vor Gericht. Und fügt hinzu: „Der Anzeigeerstatter ist amtsbekannt wegen Streitereien mit seiner Lebensgefährtin.“ Die sitzt als Angeklagte vorm Strafrichter. Im Streit soll die 54-Jährige ihrem Lebensgefährten einen Teller und zwei Küchenmesser nachgeschmissen haben. Ihr wird versuchte schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Geständig dazu ist die 54-Jährige im Prozess am Landesgericht nicht. Über den Vorfall heuer im Jänner in ihrer Wohnung erzählt sie: „Er hat mir eine runterg’haut, dann hat er die Polizei gerufen. Er war extrem alkoholisiert. Wenn wir nüchtern sind, verstehen wir uns sehr gut. Wenn wir betrunken sind, was täglich vorkommt, aber nicht. Damals haben wir einen Doppler Wein getrunken.“

Opfer blieb Prozess fern

Dass sie den Lebensgefährten geohrfeigt hat, gibt die Angeklagte zu. „Neben den Polizisten hab’ ich ihm ein paar aufgelegt, das war die Revanche.“

Das mutmaßliche Opfer bleibt dem Prozess fern. „Die Ladung hat er zwar bekommen, er hat aber gesagt, dass er nicht zum Gericht gehen wird. Außerdem könne er sich an nichts erinnern“, teilt die Angeklagte mit.

Der Richter verhängt über ihren Lebensgefährten wegen unentschuldigten Fernbleibens 200 Euro Geldbuße und vertagt den Prozess. Zum nächsten Termin sollen Polizisten den Mann nach St. Pölten geleiten.