Waldheim: Versorgung nicht gegeben

Erstellt am 17. November 2014 | 14:57
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Foto: NOEN, Archiv
Teile Waldheims haben keine kabelgebundene Internet- und Telefonstandleitungen. Die Anrainer wollen das mit einer Bürgerinitiative ändern.
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„Ein großer Teil Waldheims, in Mauer bei Amstetten, bietet keine kabelgebundene Infrastruktur – weder eine Telefon- noch eine Internetstandleitung sind vorhanden“, zeigt Dominic Hörlezeder von den Amstettner Grünen auf.



Seit zwei Jahren versuche er nun schon, da er auch selbst davon betroffen ist, Druck zu machen. Vom A1 Umzugsservice, den er 2012 diesbezüglich kontaktiert hatte, bekam er die Antwort, dass es aufgrund der technischen Gegebenheiten an diesem Standort nicht möglich sei, eine Internetleitung herzustellen.

„Nach mehrjährigem Hin und Her, Interventionen bei A1 und allen führenden Internetdienstanbietern blieb mir, sowie den meisten Anrainern, bisher nur das Ausweichen auf mobiles Internet übrig“, erklärt Dominic Hörlezeder. „Bedenkt man diesbezüglich die Limitierungen der Datenmengen in den Verträgen, wird schnell klar, dass das aber keine Dauerlösung für etwa 15 Haushalte sein kann.“

Jetzt, zwei Jahre später, werden gerade betroffene Straßenzüge asphaltiert, jedoch ohne Infrastruktur für Internet und Telefon darin.

An die Ortschefin gerichtete Aufforderung

Aus diesem Grund startete Hörlezeder jetzt im Namen der Grünen Amstetten eine Initiative inklusive Unterschriftenliste, in die sämtliche Anrainer eingebunden sind. Aktuell habe er schon 16 Unterschriften gesammelt.

Es betreffe nach seinen Angaben aber noch weit mehr. „Mit einem Brief an Bürgermeisterin Ursula Puchebner fordere ich sie auf, dem Wunsch der Anrainer nachzukommen und seitens der Stadtgemeinde endlich Engagement zu zeigen und die Abgaben zahlenden Bürger zu unterstützen und auch vor diversen Großkonzernen mit Nachdruck zu vertreten.“

Mit der Problematik konfrontiert, zeigt sich Bürgermeisterin Ursula Puchebner zunächst überrascht: „Bislang bin ich mit der Angelegenheit nicht befasst worden. Weder in einem persönlichen Gespräch, schriftlich oder – auch diese Möglichkeit hätte bestanden – im vorgestern stattgefundenen Budgetgespräch für 2015, in dem unter anderem der Straßenbau in Amstetten und in allen Ortsteilen sehr eingehend diskutiert wurde und bei welchem der Vertreter der Grünen anwesend war“, bemängelte sie am Freitag.

„Hier, wo gerade die Straße in Fertigstellung ist,
wäre die Möglichkeit für die Telekom da gewesen.“
Amstettens Bürgermeisterin Ursula Puchebner

Sie erklärt aber weiter, wie es um die fehlenden Leitungen bestellt ist: „Prinzipiell fällt die Bereitstellung von Internetinfrastruktur nicht in unseren Versorgungsauftrag. Straße, Wasser und Strom sind unsere Bereiche. Die Stadt Amstetten stimmt aber ihre Straßenbauvorhaben jährlich mit allen Einbautenträgern – zum Beispiel A1 Telekom, Kabel-TV, EVN, und mehr – ab.“

Dabei werden die Vorhaben der Einbauträger mit der Stadt koordiniert, um einen gemeinsamen Bauplan festzulegen. Beim letzten Jahresgespräch Mitte Februar wurde seitens der Telekom aber kein Interesse an einer Leitungsverlegung für die betroffenen Straßen in Waldheim bekundet.

„Wir haben auch aktuell noch einmal bei der Telekom nachgefragt“, sagt Puchebner. „Die Antwort war wieder dieselbe: Die Wirtschaftlichkeit sei, trotz des unsererseits angekündigten Straßenbauvorhabens, für die Telekom nicht gegeben.“

Sie selbst kann das im konkreten Fall auch nicht verstehen: „Hier, wo gerade die Straße in Fertigstellung ist, wäre die Möglichkeit für die Telekom jedoch da gewesen.“ Die Stadtgemeinde gebe das Anliegen der Anrainer aber auf jeden Fall an die Leitungsträger weiter.

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