Trotz einstweiliger Verfügung: Ehemann schlug Frau. 37-jähriger Syrer lauerte Ehefrau, auch syrische Asylwerberin, am Bahnhof auf und schlug ihr ins Gesicht.

Erstellt am 20. September 2016 (04:25)
NOEN, Erwin Wodicka

Zu einem heftigen, gewalttätigen Ehestreit kam es am Areal des Bahnhofes Amstetten. Ein am 1. September aus der Untersuchungshaft entlassener syrischer Asylwerber, wohnhaft in Wien, stellte seiner in Wallsee lebenden Ehefrau, ebenfalls syrische Asylwerberin, trotz aufrechter, einstweiliger Verfügung des Bezirksgerichts Amstetten, nach und forderte sie auf, mit ihm zu den gemeinsamen Kindern nach Wallsee zu fahren.

Polizei leitete sofort eine Fahndung ein

Die Frau weigerte sich jedoch, worauf sie der Mann am Hals würgte und ihr mit der Faust ins Gesicht schlug. Dem Opfer gelang es daraufhin, ihre Bezugs- und Betreuungsperson in Wallsee zu kontaktieren. Daraufhin nahm ihr der Mann Handy und Handtasche weg und ging mit seiner verängstigten Ehefrau zum Busbahnhof. Beide bestiegen den Bus nach Wallsee.

Währenddessen erstattete die Bezugsperson aus Wallsee, den die Syrerin zuvor angerufen hatte, Anzeige und erklärte, dass er aufgrund des Telefonats vermute, die Frau werde von ihrem gewaltbereiten Gatten am Bahnhof in Amstetten festgehalten.

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein und traf den Beschuldigten im Bus nach Wallsee dem Opfer gegenüber sitzend an. Der 37-jährige Syrer wurde zur Polizeiinspektion Amstetten transportiert. Seine Frau, die auf der Fahrt zur Polizeistation einen Schwächeanfall erlitt, wurde sofort ins Klinikum Amstetten zur Untersuchung gebracht.

Nach einer ersten Diagnose des Arztes und der glaubhaften Aussage des Opfers, vom Beschuldigten geschlagen worden zu sein, wurde dieser festgenommen und in einem Verwahrungsraum angehalten.

Tags darauf verfügte die Staatsanwaltschaft St. Pölten die Einlieferung des gewalttätigen Syrers in die Untersuchungshaft in die Justizanstalt St. Pölten.