Wasserturm steht auf "willhaben" zum Verkauf. Der Wasserturm ist so etwas wie das geheime Wahrzeichen der Eisenbahnerstadt Amstetten. Im Jahr 1908 wurde der viergeschossige Rohziegelbau mit einer Höhe von insgesamt 23 Metern fertiggestellt und ist österreichweit in seiner Form einzigartig. Auch die schweren Luftangriffe des Jahres 1945 überstand er unbeschadet. Jetzt ist das Bauwerk, das unter Denkmalschutz steht, auf "willhaben" käuflich zu erwerben. 395.000 Euro verlangt der private Besitzer dafür. Über die Hintergründe des Verkaufs wollte er gegenüber der NÖN keine Stellungnahme abgeben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. August 2021 (18:09)
New Image
Der Amstettner Wasserturm ist über die Internet-Plattform "willhaben" zu erwerben.
Knapp

Amstettens Vizebürgermeister Markus Brandstetter hält "die Vorgangsweise, den Turm unter ,willhaben' anzubieten, ohne vorher mit der Stadt zu sprechen, für eigenartig. Immerhin steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wenn es jemand erwirbt, wird er sich bezüglich Widmung auf alle Fälle mit der Gemeinde in Verbindung setzen müssen", sagt der ÖVP-Politiker. Sollte der Besitzer mit einem ernsthaften Verkaufsangebot auf die Stadt zukommen, werde man sich Gesprächen natürlich nicht verwehren, immerhin handle es sich beim Wasserturm um ein historisch wichtiges Gebäude in der Stadt. 

Der grüne Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder sieht "keine keine Notwendigkeit für Aktivitäten unsererseits. Das ist auch eine Geldfrage und wir haben als Stadt derzeit nichts übrig, was wir zusätzlich ausgeben könnten."

Für die Wirtschaftsraum Amstetten GmbH kommt ein Ankauf des Wasserturms ebenfalls nicht infrage. "Wir stehen in guten nachbarschaftlichen Beziehungen, aber als WRA haben wir diesbezüglich sicher keine Ambitionen", sagt Geschäftsführer Günter Sterlike.

Der Wasserturm samt 750 Quadratmeter Grund wird übrigens auch über Fonro-Immobilien zum Verkauf angeboten.

Zur Historie:

Erbaut wurde der Wasserturm 1908 als Hochreservoir zum Auffüllen der Dampfloks auf der Fahrt von Wien nach Salzburg. Das Wasser wurde hochgepumpt und floss durch die Schwerkraft über ein Rohrleitungsnetz in die Wasserkräne am Bahnhof. Der Wasserturm ist ein viergeschossiger Rohziegelbau (Klinkerziegel) und enthielt zwei Wasserbehälter mit je 40.000 Liter Fassungsvermögen.  Das Gebäude steht unter Denkmalschutz! Es ist 18 Meter hoch, mit dem Holzdachaufbau insgesamt sogar 23 Meter.