Bestatter bat um Polizeipräsenz. Nach dem NÖN-Artikel rund um Polizeipräsenz bei einem Begräbnis in Neuhofen wirft Stefan Hausberger - Enkel der verstorbenen Großmutter - Bestatter Beer vor, die Polizei grundlos gerufen zu haben. Beer bestätigt Kontaktaufnahme mit der Exekutive. Es sei ihm aber einzig um die Sicherheit der anwesenden Trauernden gegangen.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. März 2020 (20:31)
Symbolbild
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Nach Erscheinen des Artikels über die Vorfälle rund um ein Begräbnis in Neuhofen am Donnerstag (die NÖN berichtete), in dem Stefan Hausberger, Enkel der Verstorbenen, angibt, dass zwei Polizisten versucht hätten, die Trauerfamilie von der Verabschiedung abzuhalten, wandte sich Hausberger erneut an die NÖN. Er kritisiert nun die Aussagen von Bestatter Rudolf Beer, die Polizisten hätten lediglich über notwendige Maßnahmen informiert: „Herr Beer war bei der Amtshandlung nämlich gar nicht dabei“, berichtet Hausberger.  

Weiters erklärt er, habe er über Netzwerke in das Innenministerium folgendes herausgefunden: „Herr Beer hat selbst die Weisung an den Polizeiposten Ulmerfeld-Hausmening ausgegeben, die Beisetzung mittels Exekutivbeamten zu überwachen (komplett grundlos!). Man könnte nun daraus schließen, dass es nun jedem österreichischen Staatsbürger möglich ist, die Polizei zu rufen, wenn sich keine Gefahrenlage anbahnt bzw. keine Gefahr im Verzug ist. Sprich, wenn es mir nicht passt, dass in meiner Zufahrtsstraße andere PKWs außer dem meinen fahren, dann darf ich unter Zuhilfenahme der Polizei dies einfach unterbinden! Für mich also wieder ein typischer Fall von ‚Freunderlwirtschaft‘, obwohl die gültige Judikatur eigentlich für alle gelten sollte.“ (Zitat aus einem Schreiben von Stefan Hausberger an die NÖN).  

Damit konfrontiert bestätigt Beer, dass er mit der Polizei im Vorfeld Kontakt aufgenommen hat. Eine Weisung habe es allerdings nicht gegeben, das sei auch gar nicht möglich, betont er. Es gab aber die Bitte an die Polizei, die Begräbnisteilnehmer vor der Feier über die Coronamaßnahmen (z.B. Einhaltung des Sicherheitsabstandes) zu informieren. Grund für die Kontaktaufnahme mit der Exekutive sei gewesen, dass es in der jüngeren Vergangenheit bei mehreren Begräbnissen in der Region zu Ansteckungen gekommen sei. „Es war eine schwierige Situation, ich habe mich bei der Familie auch noch einmal für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Im Endeffekt war es das Ziel, weitere Ansteckungen zu verhindern“, so Beer. Die Trauerfeier hätte man danach auch im Familienkreis abgehalten. „Mir ist es wichtig zu betonen, dass wir immer unsere Auftraggeber, die Familien, vertreten und Anwalt der Verstorbenen sind. Das Wichtigste ist, dass ihre Interessen gewahrt werden“, ergänzt Beer.  

Auch Polizei-Pressesprecher Johann Baumschlager wandte sich nach Erscheinen des Artikels noch einmal an die NÖN. Er ergänzt in einem Schreiben per Mail: „Die Beamten haben die Verordnung nach dem CoVid19-Massnahmengesetz insofern vollzogen, als dass sie die Trauergäste außerhalb des Friedhofbereiches auf die Inhalte aufmerksam gemacht haben. Sie wurden von der Polizei aber nicht daran gehindert, den Friedhof zu betreten. Die beiden Polizisten haben kondoliert und noch vor den Begräbnisfeierlichkeiten den Friedhofsbereich verlassen. Trotzdem haben wir mit Herrn Hausberger Kontakt aufgenommen und uns für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigt.“