Fernwärmeanlage Biberbach: Filter oder gleich Neubau?. Verschärfte Feinstaubbestimmungen machen Entscheidung über die Zukunft der Fernwärmeanlage notwendig. Bis März will die Gemeinde Entschluss fassen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 28. Dezember 2019 (04:58)
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Das Biberbacher Fernwärmewerk muss filtertechnisch aufgerüstet werden.Die Gemeinde überlegt aber auch einen Neubau.
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Die Gemeinde schraubt im Jahr 2020 ihre Investitionen zurück. Heuer hat sie rund 1,6 Millionen in Projekte gesteckt (allen voran natürlich der Kindergartenzu- und umbau), nächstes Jahr werden es nur rund 800.000 Euro sein.

Zentrales Vorhaben im Jahr 2020 ist die Aufrüstung der Fernwärmeanlage. „Es gab eine Veränderung der Feuerungsanalagenverordnungen, da sind vor allem die Grenzwerte für die Staubemissionen verschärft worden. Wir haben zwar noch eine Übergangsfrist, aber spätestens 2021 muss unsere Anlage an die neuen Vorschriften angepasst sein“, berichtet Bürgermeister Fritz Hinterleitner.

Biberbach stehen mehrere Optionen offen, um das Fernwärmewerk aufzurüsten. Die einfachste Lösung wäre, einen Elektrofilter einzubauen. „Wenn wir diesen in die Anlage integrieren wollen, haben wir allerdings ein Platzproblem. Daher müssen wir die Möglichkeit ins Auge fassen, ihn außen zu installieren“, sagt Hinterleitner.

Mehr Charme als der Elektrofilter hätte für ihn die Errichtung einer Rauchgaskondensationsanlage, „weil damit auch eine Wärmerückgewinnung möglich wäre.“ Es ist auch nicht völlig ausgeschlossen, dass die Gemeinde das Fernwärmewerk, das ja 1985 errichtet wurde, durch eine ganz neue Anlage ersetzt. „Das wäre aber die Extremvariante. Ein neues Werk könnte kleiner ausfallen und trotzdem mehr Leistung haben, weil sich die Technik ja inzwischen weiterentwickelt hat“, berichtet der Ortschef.

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Bürgermeister Fritz Hinterleitner.
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m Budget sind vorerst einmal 200.000 Euro für die Fernwärme vorgesehen. Die Entscheidung, welche Variante verwirklicht wird, soll bis März fallen. Dann wird die Gemeinde ohnehin einen Nachtragsvoranschlag erstellen müssen. Ein Neubau würde wohl zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro kosten.

Hohe Investitionen tätigt die Gemeinde im Jahr 2020 auch in den Straßenbau und die Infrastruktur mit rund 300.000 Euro. In die Güterwegeerhaltung fließen 93.000 Euro und in den Kanalbau 84.000 Euro.

Auch in Biberbach will man künftig stärker auf Photovoltaik setzen. Eine Anlage ist auf der Volksschule geplant und auch am Gemeindeamt und am Kindergarten wäre dafür Platz. „Längerfristig werden wir auch über ein Beteiligungsmodell für die Bürger nachdenken, wie es das in anderen Gemeinden schon gibt“, kündigt der Bürgermeister an.

Der Gesamtschuldenstand der Kommune wird sich von 5.040.600 Euro auf 4.870.400 Euro reduzieren.