Gemeindeärztin von St. Valentin übernimmt Praxis. Martha Huber bekam von Gebietskrankenkasse und Ärztekammer im Hearing den Zuschlag für die Kassenstelle.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. September 2018 (04:57)
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Bürgermeister Erwin Pittersberger freut sich, dass Weistrach mit Martha Huber wieder eine erfahrene praktische Ärztin bekommt.
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Seit 30. Juni gibt es in der Gemeinde keinen praktischen Arzt mehr. Dr. Gerhard Imb ist in Pension gegangen und die Nachbesetzung der Kassenstelle gestaltete sich schwierig. Drei Mal hat die Ärztekammer neu ausgeschrieben, doch jetzt hat Bürgermeister Erwin Pittersberger eine gute Nachricht für die Weistracher: „Mit 1. Oktober wird Dr. Martha Huber am Standort der alten Praxis in Rohrbach ihre Ordination eröffnen.“

Vier Interessenten gab es bei der letzten Ausschreibung für die Kassenstelle, tatsächlich darum beworben haben sich aber letztlich nur zwei Ärztinnen. Bei den Hearings bei Gebietskrankenkasse und Ärztekammer bekam Huber (57) schließlich den Zuschlag.

Derzeit praktiziert die Allgemeinmedizinerin in St. Valentin, wird ihre dortige Ordination aber mit 30. September schließen. Gemeindeärztin von St. Valentin bleibt sie aber (zuständig für Totenbeschau etc.). „Ich wollte schon immer eine richtige Landärztin sein. In Weistrach ist mir das noch mehr möglich, als bisher in St. Valentin“, freut sie sich auf die neue Herausforderung. Dass ihr Abgang in St. Valentin eine Lücke reißt, befürchtet Huber nicht. „Wir waren bisher insgesamt sieben praktische Ärzte. Die Bevölkerung ist auch ohne mich gut versorgt und die Kassenstelle wird ja auch wieder ausgeschrieben.“

„Ich wollte aber natürlich keinem jungen Arzt im Wege stehen." Martha Huber

Huber hat lange gezögert sich für Weistrach zu bewerben, obwohl sie die Stelle gerne wollte. „Ich wollte aber natürlich keinem jungen Arzt im Wege stehen. Da es aber keine entsprechenden Interessenten gab, habe ich mich dann doch beworben.“ Es zeige sich, dass der medizinische Nachwuchs lieber im Team arbeite und die große Verantwortung als Landarzt eher scheue. „Gerade für junge Ärztinnen, die auch noch kleine Kinder haben, ist es natürlich aber auch zeitlich schwierig, eine Ordination zu führen.“

Derzeit ist Huber dabei, die Ordination in Rohrbach technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Die Gemeinde hat es übernommen, die Barrierefreiheit herzustellen. „Wir werden die zwei Stufen zum Eingang mit einer Rampe ausstatten und außerdem den Parkplatz asphaltieren, damit bei Regen und Schneefall die Patienten nicht den ganzen Schmutz an den Schuhen in die Ordination mitnehmen“, sagt Pittersberger.

Huber freut sich schon auf ihre neue Aufgabe in Weistrach. Neben der allgemeinmedizinischen Versorgung hat sie noch zwei zusätzliche Angebote für ihre Patienten. „Ich habe eine Ausbildung in Akupunktur und in manueller Medizin.“ Letzteres ist das, was man im Volksmund als „Boalrichter“ bezeichnet.

Huber darf in ihrer Ordination auch eine Hausapotheke führen. „Aufgrund der Fristenläufe wird das aber erst ab Mitte Dezember möglich sein. Bis dahin sind die Patienten ja durch die Apotheken in Haag und St. Peter versorgt.“