Johann Georg Lickl-Jubiläumskonzert in Seitenstetten. Jubiläumskonzert zum 250. Geburtstag von Johann Georg Lickl.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 06. April 2019 (04:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Anton Steingruber präsentiert am 7. April in der Stiftskirche Seitenstetten Werke des Komponisten Johann Georg Lickl.
Hudler

Anton Steingruber, bekannt in der Musikwelt auch als Forscher großer, unbekannter Komponisten, entdeckte 1998 eine „Missa solemnis in Es-Dur“ von Johann Georg Lickl in einem Musikarchiv in Prag.

Die Annahme, es sei ein böhmischer Komponist, stellte sich aber 2004 als falsch heraus: Lickl ist ein niederösterreichischer Komponist, der am 11. April 1769 in Korneuburg geboren und am 12. Mai 1843 in Fünfkirchen (heute Pécs) in Ungarn gestorben war.

„Zu Ehren dieses großartigen, leider vergessenen Komponisten findet am Sonntag, 7. April, um 15 Uhr in der Stiftskirche Seitenstetten ein Jubiläumskonzert statt“, sagte Steingruber, der sich freut, bei diesem Konzert mit hervorragenden Künstlern aufwarten zu können.

Komponist war Schüler von Joseph Haydn

Übrigens, Lickl war Schüler von Joseph Haydn und war von 1785 an bei den Karmelitern in Wien. In dieser Zeit entstanden nicht nur Kirchenmusikwerke, sondern auch viele weltliche Stücke, unter anderem Opern und Singspiele, die mit großem Erfolg im Emanuel-Schikaneder- Theater auf der Wieden aufgeführt wurden. In kürzester Zeit war er als ausgezeichneter Musiker und Komponist in der ganzen Monarchie bekannt.

1805 wurde er an die Kathe-drale in Fünfkirchen als Domkapellmeister berufen. Ab dieser Zeit komponierte er ausschließlich geistliche Musik in vollendeter Form. In seinen Werken, die der späten Klassik zuzuordnen sind, ist aber bereits die Frühromantik deutlich hörbar.

Am 11. April feiert man nun 250 Jahre Johann G. Lickl. In seiner Forschung entdeckte Steingruber bereits über 300 seiner Werke. Bei seinen Reisen in Musikarchive nach Budapest und Pécs fotografierte er an die 2.500 Notenblätter von Werken, die zwischen 1804 und 1843 entstanden sind. „Ich konnte drei Messen, vier Offertorien, ein Requiem, eine Ecce sacerdos, zwei Tantum ergo und einige Chorwerke spartiert am Computer neu schreiben“, sagte Steingruber.

Auch das Stift Seitenstetten ist im Besitz von Lickl-Werken, die teils um 1850 im Musikverlag Diabelli in Wien erschienen sind.

Kartenvorverkauf: Klosterladen, 07477/42300-277.