Bezirk Amstetten: Wenn das Wild zur Gefahr wird. Tipps für die Unfallvermeidung und das richtige Verhalten danach.

Von Peter Führer. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:22)
Symbolbild
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Jeder Autofahrer fürchtet die Situation, insbesonders zu den Dämmerstunden oder in der Nacht: Wildwechsel auf der Straße. Und die damit verbundene Unfallgefahr. Gerade im Herbst kommt es häufig zu derartigen Zwischenfällen, die für Tier, Mensch und Fahrzeug oft verheerende Folgen haben können.

Die Jägerschaft versucht, das Risiko zu minimieren und setzt auf mehrere Möglichkeiten. „Wildreflektoren, erhöhter Abschuss und das Häckseln von Begrünungen entlang der befahrenen Straßen sind Maßnahmen, die von den Jägern gemacht werden. Der Dank gilt allen Autofahrern, die an unübersichtlichen Stellen langsamer fahren“, weiß Bezirksjägermeister Franz Hochholzer, wie die Gefahr eines Unfalles mit Rehwild, Feldhasen und Fasanen reduziert werden kann.

 „Als Autofahrer sollte man so fahren, dass man rechtzeitig reagieren und bremsen kann.“ Bezirkspolizeikommandant Horst Schmutzer

 Generell sei Wild in der Morgen- und Abenddämmerung vermehrt unterwegs. Das fällt natürlich tageszeitlich mit starkem Verkehrsaufkommen zusammen. Durch aufmerksames Fahren werden die Tiere und der Autofahrer selbst geschützt.

Quer im Bezirk verteilt gibt es auch immer wieder Stellen, bei denen die Tiere häufiger als andernorts unterwegs sind. „Diese Hotspots sind mit dem Verkehrsschild Wildwechsel gekennzeichnet. Dort ist besondere Vorsicht geboten“, unterstreicht Hochholzer. Der Bezirksjägermeister erklärt, dass jetzt im Herbst Felder abgeerntet sind und die Rehe neue Einstände suchen, wo sie geschützt und sicher sind. „Beim nächsten Waldspaziergang soll man auch daran denken: Bei Beunruhigung abseits von Wegen wird Wild flüchten und Wildunfälle können die Folge sein“, gibt Hochholzer zu bedenken.

Nichtanzeige nach Unfall ist Fahrerflucht

Passiert ein Wildunfall, sollte man zuerst an die eigene Sicherheit denken und die Gefahrenstelle absichern sowie Polizei oder Jäger verständigen. Wenn das Reh nicht direkt an der Unfallstelle, sondern in der nächsten Dickung verendet – etwas, das oft vorkommt – werden Jagdhunde eingesetzt, um das angefahrene Wild aufzuspüren. „Daher ist die genaue Angabe der Unfallstelle wichtig. Von dort wird die Fährte aufgenommen, damit Jäger und Hund das angefahrene Tier leichter finden“, schildert Hochholzer den Vorgang.

Ein Wildunfall ist anzeigepflichtig. Kommt es zu keiner Verständigung der Polizei, drohen unangenehme Konsequenzen. „Es handelt sich dabei um einen Verkehrsunfall mit Sachschaden, der anzeigepflichtig ist. Einfach weiterzufahren wäre Fahrerflucht. Entweder es kommt nach dem Anruf ein Polizist vorbei oder er gibt die Information weiter, wie man sich weiter verhalten soll. Die Polizisten können dann auch mit dem zuständigen Jäger Kontakt aufnehmen“, erklärt Bezirkspolizeikommandant Horst Schmutzer.

Vorsicht sei neben jenen Bereichen, an denen Warntafeln angebracht sind, generell im Waldgebiet oder in der Nähe von Maisfeldern angebracht. „Als Autofahrer sollte man so fahren, dass man rechtzeitig reagieren und bremsen kann. Außerdem gibt es die Gefahr, dass, wenn es zum Beispiel das erste Reh noch knapp über die Straße schafft, dahinter noch ein weiteres Tier auf die Straße läuft“, weiß Schmutzer.

NOEN

Bei Schäden nach Wildunfällen stellt sich natürlich für die Fahrzeuglenker oft die Frage, wie diese durch die Versicherung gedeckt sind. Eine Haftpflichtversicherung reicht jedenfalls nicht aus. Tipps zur Frage, worauf man achten muss, hat Martin Aigner von der Allianz Agentur Aigner – Kollermann – Jungwirth OG in Amstetten parat. „Wichtig ist, dass man sich genau die Bedingungen ansieht. Wenn etwa Schäden durch Tiere aller Art abgedeckt sind, ist man gegen alle Tierunfälle versichert. Oft finden sich aber auch Einschränkungen auf Haarwild“, erklärt er.

Bei der Allianz sei bei jeder aktuellen Kaskoversicherung der Schaden durch Tiere aller Art abgedeckt. Es gebe bei den diversen Anbietern aber immer wieder Unterschiede. Aigner betont auch, dass es wichtig ist, unverzüglich die Polizei beziehungsweise die Jägerschaft zu informieren. Die polizeiliche Meldung wird nämlich für die Kaskoversicherung benötigt. Sonst könne es neben einer Anzeige wegen Fahrerflucht zusätzlich zu Problemen mit der Versicherung kommen.

Seiner Einschätzung nach nimmt die Zahl der Wildunfälle im Bezirk leicht zu. Daher lohnt sich eine Versicherung gegen Wildunfälle besonders in unserer Region. „Und wer sich keine Vollkasko mehr leisten will, weil das Auto schon älter ist, aber doch noch ein gewisser Wert da ist, für den ist sicher eine Naturkaskoversicherung, welche Schäden durch Tiere beinhaltet, interessant.“

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