„Wir sind den Leuten zu zahm geworden“

Erstellt am 05. März 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
FPÖ / Die Freiheitlichen im Bezirk zeigten sich enttäuscht vom Wahlergebnis. Vor allem Stronach kostete ihnen Stimmen.
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Von Andreas Kössl und Daniela Rittmannsberger

FPÖ / Bei den Freiheitlichen im Bezirk herrscht gedrückte Stimmung. Der Waidhofner FPÖ-Einzelkämpfer im Gemeinderat Karl-Heinz Knoll sagt: „Das Ergebnis ist für uns nicht erfreulich. Wir haben keine Millionen in der Hinterhand, die wir in den Wahlkampf hätten werfen können. Wenn Stronach, der überhaupt noch kein Parteiprogramm präsentiert hat, aus dem Stand zehn Prozent macht, ist das ein unübersehbares Zeichen für Unzufriedenheit im Land. Aber es bleibt wohl die nächste Wahl abzuwarten, denn die Wähler, die nun von der FPÖ zu Stronach gekommen sind, werden sich genau anschauen, welche Arbeit die Stronach-Mandatare in den kommenden fünf Jahren abliefern werden. Verloren sind diese Wähler nicht.“

Auch in Amstetten zeigen sich die Parteimitglieder ratlos. „Für uns kommt dieses Ergebnis sehr überraschend“, zeigt sich Spitzenkandidatin Edith Mühlberghuber bestürzt.

Vor allem mit den Spitzenergebnissen für das Team Stronach hätte niemand gerechnet. „Viele Protestwähler werden Stronach gewählt haben“, vermutet Mühlberghuber.

Gerade der persönliche Kontakt im Wahlkampf war den Freiheitlichen sehr wichtig. „Anscheinend legen jedoch die Menschen keinen Wert mehr auf persönlichen Kontakt“, versucht Mühlberghuber dieses enttäuschende Ergebnis zu verstehen. „Mit Brot und Zirkusspielen erreicht man augenscheinlich mehr. Wir sind zu zahm geworden“, so die Vorsitzende des Verkehrsausschusses Brigitte Kashofer. Neben Kriminalität und Sicherung der Grenzen wollen die Freiheitlichen klar ein Zeichen gegen Armut setzen. „Solange die Bürger jedoch die steigende Armut nicht spüren, ist sie für sie nicht relevant“, so Mühlberghuber.

Für die Spitzenkandidatin ist dieses Ergebnis ein klares Zeichen. „Die Wahl zeigt, dass die Menschen mit der Politik nicht zufrieden sind und Veränderung wollen. Nur was sie verändern wollen, wissen sie nicht.“

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