Arbeitslosigkeit im Bez. Amstetten: Sehr nahe am Niveau vor der Krise

Erstellt am 05. Januar 2022 | 03:43
Lesezeit: 3 Min
Das Arbeitsmarktservice Amstetten zieht Bilanz zum Jahr 2021. Mit einer Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent liegt man unter dem Landesschnitt (7,6 %) sowie dem Bundesschnitt (8,2 %).
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Zum Jahreswechsel gibt es vom Arbeitsmarktservice (AMS) positive Nachrichten: Die Arbeitslosenquote im Jahr 2021 betrug im Durchschnitt 4,5 Prozent. Damit liegt man sehr nahe am Niveau des Vorkrisenjahres 2019 (4,3 Prozent). „Die starke Arbeitskräftenachfrage sorgt seit dem Frühjahr für eine nachhaltige Dynamik am Arbeitsmarkt, die unsere Berater intensiv genutzt haben.

2021 konnten mehr als 4.100 beim AMS Amstetten arbeitslos gemeldete Jobsuchende wieder in das Erwerbsleben integriert und rund 4.500 freie Stellen und Lehrstellen in Unternehmen des Bezirkes besetzt werden“, zieht Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten, Bilanz.

Gegenüber dem Vorjahr (6 Prozent) sei die Arbeitslosenquote damit um 1,5 Prozentpunkte zurückgegangen. Sie liegt unter dem Landesschnitt (7,6 Prozent) und dem Bundesschnitt (8,2 Prozent).

Vor allem die Jugend profitierte

Am stärksten fiel der Rückbau mit einem Minus von mehr als 42 Prozent übrigens bei der Jugendarbeitslosigkeit aus. Jahresdurchschnittlich gab es 200 jobsuchende Jugendliche. Auch im Vergleich zu 2019 reduzierte sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen und ging auf unter 25 um 18 Prozent. Einen beachtlichen Rückgang gab es auch bei den Über-50-Jährigen. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten (43.650) liegt mit einem Plus von 1,4 Prozent über dem Ergebnis von 2020 und nur mehr knapp (-0,2%) unter jenem aus dem Vorkrisenjahr 2019.

Um ein Viertel mehr Vermittlungsvorschläge

Einen massiven Anstieg gab es bei der Vermittlungsarbeit des Arbeitsmarktservices. Es kam zu 35.000 Vermittlungsvorschlägen, um 25 Prozent mehr als 2020 und um 36 Prozent mehr als 2019, berichtet Vetter. In 520 Fällen (plus 28 Prozent im Jahresvergleich) wurde wegen einer Verweigerung einer zumutbaren Beschäftigung beziehungsweise Wiedereingliederungsmaßnahme das Arbeitslosengeld beziehungsweise die Notstandhilfe gesperrt.

Wie Vetter betont, gibt es beim Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit erste Erfolge. Die Situation erfordere aber rasches und klares Handeln.

Jahresdurchschnittlich waren rund 410 Personen beim AMS Amstetten bereits ein Jahr und länger ohne Job. Das sind um 32 Prozent mehr als 2020 und um 60 Prozent mehr als im Vorkrisenjahr 2019. Seit März nimmt die Zahl der Personen, die bereits ein Jahr und länger auf Jobsuche sind, stetig ab.

Vetter geht aufgrund des von Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizierten Wirtschaftswachstums von 4 Prozent weiters davon aus, dass die Arbeitskräftenachfrage 2022 noch weiter steigen wird. Damit verbunden wäre ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Der heimische Arbeitsmarkt wird sich besser entwickeln als der österreichische insgesamt. Diese Einschätzung ist allerdings nur solange haltbar, wie die Pandemie nicht weitreichende Einschränkungen notwendig macht, die sich dann dämpfend auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirken.“

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