Ein Fünftel weniger Autokäufe im Bezirk Amstetten

Pkw-Neuzulassungen gingen 2020 im Bezirk Amstetten drastisch zurück. Autohäuser berichten über die Folgen der Pandemie.

Erstellt am 27. Januar 2021 | 05:41
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Foto: Syda Productions/Shutterstock.com

Die Corona-Situation hat verheerende Auswirkungen auf die Pkw-Verkäufe, besonders die Neuzulassungen. Kam es 2019 im Bezirk noch zu 3.919 Neuzulassungen, waren es 2020 nur noch 3.188. Ein Rückgang von fast 20 Prozent.

„Ich will nicht schwarzmalen, aber die Situation ist besorgniserregend. Jedes nicht verkaufte Auto fehlt uns ja nicht nur beim Verkauf, sondern auch bei den folgenden Service- und Reparaturarbeiten“, erklärt Martin Zellhofer vom Autohaus Zellhofer in St. Georgen.

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Bei den Marken gibt es Unterschiede. Das Minus bei Suzuki sei größer ausgefallen als jenes bei Kia. „Kia hat eine höhere Vielfalt und wir konnten auch zwanzig E-Autos absetzen. Diese werden immer attraktiver, weil die mögliche Fahrdauer in den vergangenen Jahren stark angestiegen ist“, weiß Zellhofer.

Wenig Verständnis zeigt der Unternehmer für die strengen Lockdown-Bestimmungen. Diese untersagen Privatkunden einen Besuch im Autohaus. „Wir haben vier Verkäufer, können also maximal vier Kunden gleichzeitig betreuen. Ich verstehe nicht, warum das unter Einhaltung der Abstands- und Maskenregeln nicht ermöglicht wird“, sagt der Händler.

Jeder nicht erfolgte Autokauf beschert dem Staat auch Mindereinnahmen an Steuern, gibt er zu bedenken. Nur weil man dank Werkstatt, Spenglerei und Lackiererei und Rennsport breit aufgestellt sei, habe man die schwierige Situation bis jetzt meistern können.

Vorziehkäufe durch NoVA-Erhöhung

Das Autohaus Ford Aiginger in Hausmening bietet den Privatkunden aufgrund des Lockdowns Beratung übers Telefon oder digital an. Der Verkauf an Firmenkunden läuft ohne Einschränkungen stark weiter. „Ford ist bei Transportern ja die Nummer eins in Österreich und im Bezirk und Waidhofen konnten wir 2020 sogar noch zulegen“, erklärt Geschäftsleiterin Petra Aiginger-Klein.

Durch die Begünstigung von Elektro-Fahrzeugen erwartet man sich beim Autohaus, etwa beim Sport SUV Mach-E, einen guten Absatz. „Außerdem verkaufen und reparieren wir seit vorigem Jahr Campingbusse und Wohnmobile. Da bringen wir viel Erfahrung und Herz mit. Die Vermietung und der Verkauf boomen hier“, erklärt die Unternehmerin. Man sehe dem Jahr 2021 alles in allem positiv entgegen, weil die Produktpalette gut aufgestellt sei.

„Das finde ich dem österreichischen Staatsbürger gegenüber sehr unfair.“ Autohändler Peter Lietz über die NoVA-Erhöhung

Die große Hoffnung der Branche ist, dass der Handel bald wieder öffnen darf. Für die kommenden Monate rechnet man beim Autohaus Aiginger mit starken Vorziehkäufen aufgrund der Verteuerung der NoVA. „Deshalb haben wir bereits gut vorbestellt, um für die starke Nachfrage genügend Fahrzeuge bieten zu können. Wir sind vorbereitet“, weiß Aiginger-Klein.

Die NoVA-Erhöhung stößt beim Autohaus Lietz mit Standorten in Amstetten und Waidhofen (Mazda, Hyundai) auf wenig Verständnis. „Gerade jetzt, wo die Firmen ohnehin schon angeschlagen sind, rechnet man ihnen so eine Steuererhöhung drauf. Das finde ich dem österreichischen Staatsbürger gegenüber sehr unfair“, ärgert sich Geschäftsführer Peter Lietz.

Durch die Erhöhung koste ein Motorrad, etwa der Marke Ducati, dann schon um 30 Prozent mehr als in Deutschland. „Das ist krank. Bei uns zahlt man 30 Prozent NoVA und 20 Prozent Mehrwertsteuer, also in Summe 50 Prozent Steuern. Der österreichische Auto- und Motorradfahrer zahlt schon echt viel“, meint Lietz. Daher sei klar, dass sich der Trend in Richtung Elektroauto entwickle. „Weil das Ganze staatlich massiv subventioniert wird. Sonst würde es vermutlich anders aussehen.“

Für 2020 rechnet Lietz beim Neuwagenverkauf mit einem Minus von etwa 25 Prozent, beim Gebrauchtwagenverkauf habe man das Ziel dafür fast erreicht.

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