Wolfsbacherin hilft Menschen in Afrika und Südamerika. Elisabeth Tanzer will Menschen in Afrika und Südamerika Leben in Würde ermöglichen.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 14. Februar 2020 (05:30)
Ganzheitliche Bildung ist ein wesentliches Ziel, um die Zukunft zu verbessern; und Elisabeth ist mittendrin.
Sei So Frei

Was bewegt eine 38-jährige lebensfrohe, selbstbewusste Frau voller Tatendrang, Mut und Leidenschaft, zwei bis drei Monate eines Jahres in insgesamt sechs Ländern Afrikas und Südamerikas für die entwicklungspolitische Organisation „Sei So Frei“ der katholischen Männerbewegung Oberösterreichs tätig zu sein?

„Durch meine Sprachenkenntnis kann ich den Menschen vor Ort wirklich eine Stimme verleihen; schon allein das Gehörtwerden ist ein maßgeblicher Bestandteil jeglicher Entwicklung!“, ist die für Projektmanagement zuständige Elisabeth Tanzer, die Italienisch und Spanisch studiert hat, überzeugt. Seit über 60 Jahren unterstützt „Sei So Frei“ Menschen in Entwicklungsländern mit dem Ziel, die dortigen Lebensbedingungen zu verbessern, notwendige soziale Veränderungen herbeizuführen und gerechte Strukturen aufzubauen.

Elisabeth steht dabei seit mehr als zwei Jahren in der ersten Reihe: Sie hält in den Schwerpunktregionen Kontakt mit kompetenten ortsansässigen Mitarbeitern oder Partner-NGOs, um rasch und konkret Umsetzungsstrategien zu entwickeln und nachhaltige Ergebnisse erzielen zu können. „Nur durch diesen regen Austausch vor Ort bleibt die Organisation am Puls des Geschehens“, sagt die Wolfsbacherin und nennt als fünf Schwerpunkte des Wirkens Bildung, Landwirtschaft, Gewerbe/Handwerk sowie Gesundheit und Trinkwasser.

Einheimische müssen sich einbringen

Projekte werden grundsätzlich nur gestartet, wenn sich auch die Einheimischen einbringen, was zudem die stark ausgeprägte Landflucht eindämmen soll. „Die Schule unterm Schattenbaum für Erwachsene in Mosambik ist ein Lieblingsprojekt von mir; und jetzt unterrichten in den Volksschulen inzwischen schon ehemalige Schüler!“, zeigt sich Elisabeth Tanzer erfreut, die bei Besuchen in Uganda schon auch einmal einen langen Schulweg in den Bergen zu Fuß nachgeht oder sich in Tansania von Erfolgen der dortigen Umweltclubs berichten lässt, wo jeder Schüler zwei Setzlinge zu Bäumen aufzuziehen hat.

Elisabeth Tanzer mit der Zeitschrift „weltblick“ von Sei So Frei.
Penz

Wenn in Guatemala die traditionellen offenen Feuerstellen in den Bretterhütten durch Holzsparöfen ersetzt werden sollen, besucht Elisabeth zum Beispiel vorweg die Hütte von Tomasa mit ihren 15 Kindern, um die persönliche Wahrnehmung auf- sowie das Gefühl mitzunehmen und im Sinne der Betroffenen entscheiden zu können. Wenn in Tansania ein Dorf-Gemeinschaftszentrum für Frauengruppen gebaut wird – HIV und Hygiene sind dort Themen – oder praxisnahe Kurse für Bauern abgehalten werden, oder in Brasilien die trockenheitsresistente Umbu-Frucht durch Wiederaufforstung und in weiterer Folge Marmeladenherstellung in Kooperativen vorangetrieben wird, ist Elisabeth vor Ort.

Erfreulicherweise entstehen bisweilen aus ehemaligen Projektpartnerschaften sogar schon eigenständige Initiativen, die in Eigenregie Ernährungssicherheit gewährleisten.
Elisabeth Tanzer war Sprachenlehrerin in Handelsakademien, hat im Zuge der Flüchtlingswelle 2015 ein Wohnprojekt der Volkshilfe in Schwertberg betreut, nun aber im Kennenlernen verschiedenster Kulturen für sich entdecken können, dass doch alle Menschen bei all ihrer Authentizität letztendlich gleich sind.

Kontakte knüpfen, Spenden sammeln

Vom Büro in Linz aus gilt es viele Kontakte zu halten, neu – auch zu Prominenten wie Toni Innauer oder Renate Götschl – zu knüpfen, mit den Einheimischen vor Ort zu skypen, Spenden aufzutreiben. Ihre eigentliche Passion aber sind die Begegnungen und konkreten Hilfestellungen in den Schwerpunktregionen! „Mich erfüllt es mit Freude, dabei sein zu dürfen, wenn Menschen ein scheinbar unerreichbares Ziel erreichen – mit ihrem eigenen Zutun!“