Mietpreise steigen weiter an. Im Schnitt 486 Euro kostet eine Wohnung in NÖ pro Monat – etwa 13 % mehr als noch vor vier Jahren.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 04. Juni 2019 (00:05)
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Ob Leute gewillt sind, Wohnraum zu mieten, hängt mit der Größe der Gemeinde zusammen: „Je größer die Kommune ist, desto höher ist die Mietquote“, weiß Konrad Pesendorfer, fachstatistischer Direktor der Statistik Austria.

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STATISTIK AUSTRIA, 22.05.2019; Foto: Fabio Balbi/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Während in Ortschaften mit weniger als 10.000 Einwohnern im Schnitt gerade einmal 22 Prozent aller Wohnungen und Häuser gemietet sind, sind es in Gemeinden mit über 100.000 Bürgern 63 Prozent. Umso größer die Nachfrage ist, umso höher ist aber auch der Preis. In NÖ beträgt die Durchschnittsmiete 6,9 Euro pro Quadratmeter inklusive der Betriebskosten.

In großen Gemeinden ist Wohnraum teurer

Der Österreich-Durchschnitt liegt bei 7,8 Euro (siehe Info-Grafik). Der Quadratmeter in großen Gemeinden respektive Städten kostet dabei um 2 Euro pro Quadratmeter mehr als in kleinen Kommunen. Es kommt hier aber natürlich nicht nur darauf an, wo man lebt, sondern auch in welcher Wohnung: „Die größten Preissteigerungen sind bei privaten Mietobjekten und Genossenschaftswohnungen festzustellen“, führt Bevölkerungs-Expertin Vlasta Zucha von Statistik Austria aus.

So zahlt man für Erstere heute im Schnitt um 14 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Genossenschaftswohnungen wurden seither um 13 Prozent teurer. Die Betriebskosten blieben nahezu gleich. Erst auf lange Sicht gesehen gleichen sich die Wohnungsmieten wieder an. „Lebt man mehrere Jahrzehnte in einer Mietwohnung, macht es fast keinen Unterschied, ob diese privat vermietet oder gefördert ist“, erklärt Pesendorfer.

„Auf dem Land ist Eigentum wichtiger als in den Ballungszentren.“ Konrad Pesendorfer, fachstatistischer Direktor der Statistik Austria 

Konkret heißt das: Bei einer Mietdauer von 30 Jahren oder länger zahlen die Bewohner im Schnitt um rund 3,5 Euro pro Quadratmeter weniger als solche, die erst vor Kurzem eingezogen sind. Trotzdem: Am Land ist Eigentum nach wie vor wichtiger, weiß Pesendorfer. Entsprechend befinden sich hier 62 Prozent aller Häuser und Wohnungen in Eigentum, nur 28 Prozent sind vermietet. Die restlichen 10 Prozent entfallen auf kostenlose Wohnverhältnisse oder Dienstwohnungen.

Will man Wohnraum kaufen, muss man in Niederösterreich für Häuser knapp 1.300 Euro pro Quadratmeter berappen, für Wohnungen 2.555 Euro. Dies muss aber differenziert betrachtet werden, weil hier große regionale Unterschiede bestehen – auch dahingehend, dass Wohnungen vermehrt in Ballungszentren gebaut werden, wo die Preise prinzipiell höher sind. Insgesamt stiegen die Kaufpreise seit 2014 im Schnitt um 25,5 Prozent. „In Ballungszentren ist ein starker Zustrom zu verzeichnen, weshalb sich die Steigerung aufgrund von Angebot und Nachfrage erklären lässt“, ergänzt Pesendorfer.