Literaturprojekt: Wenn Menschen vor Ampeln stehen. Spannendes Buchprojekt des Vereins Literaturfreunde. Fünf Autoren sind mit dabei.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 20. Juni 2020 (02:51)
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Die Autoren am Zebrastreifen: Norbert Mottas, Brigitte Siakala, Herbert Pauli, Burgi Brandstetter (Verein LiteraturFREUnDE (Hg.)), Willi Hotes, Edda Huemer.
Rudolf Huemer

Das Buch „Ampelrot“ ist ein Projekt des Vereins Literaturfreunde und umfasst zehn Geschichten von fünf Autoren. Die Idee dazu stammt von Norbert Mottas, der in London, nahe einer Fußgängerampel, nicht Sehenswürdigkeiten, sondern vielmehr Menschen fotografierte, die sich für die Dauer einer Ampelphase zufällig dort zusammenfanden.

Jede dieser Personen kommt mit ihrer eigenen Geschichte dort zum Stehen. Die (Lebens)Geschichten einiger dieser Menschen zu Papier zu bringen, versuchte Mottas seinen ‚Literaturfreunden‘ schmackhaft zu machen. Wilhelm Habbo Hotes, Edda Huemer, Herbert Pauli, Brigitta Siakala und Norbert Mottas selbst hatten sich dabei lediglich an die vorgegebene Schlusssequenz zu halten: Die Figur der jeweiligen Geschichte kommt an der Kreuzung bei Rot zum Stehen und überquert der Musik eines Straßenmusikanten lauschend den Zebrastreifen bei Grün, um sich danach wieder irgendwohin zu verlieren.

Die fünf Autoren haben daraus das Buch ‚Ampelrot‘ gemacht und unterschiedlichste Geschichten von diesen Menschen aufgeschrieben. Mit dem Projekt war man fast ein Jahr lang beschäftigt, Norbert Mottas fungiert auch als Herausgeber, erschienen ist das Buch im Verlag am Sipbach.

Den Wolfsbacher Wilhelm Habbo Hotes reizte die Grundidee vom vorgegebenen Geschichtenende. „Ich habe zwei Satiren verfasst, eine über Insulaner – diese Story trage ich schon lange mit mir herum – und eine zweite über Trump und Johnson“, verrät Hotes vorweg. Herbert Pauli erinnert ein Handy-Klingelton (Paukenschlagsymphonie) an Haydns Aufenthalt in London, die in St. Michael wohnhafte Brigitta Siakala wiederum schildert in einer Traumgeschichte, wie skrupellos sich manche der Natur und Mitmenschen gegenüber verhalten. Das 140 Seiten starke Werk ist im Buch-Fachhandel erhältlich.