"Wurde bei Heimreise nicht kontrolliert". Ein 64-Jähriger Amstettner ist gestern, nach einem längeren Aufenthalt in der Dominikanischen Republik, nach Österreich zurückgekehrt. Erstaunt ist er, dass er trotz der strengen Auflagen aufgrund des Coronavirus kein einziges Mal kontrolliert wurde.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. März 2020 (18:35)
Symbolbild
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Der Amstettner wollte eigentlich bis zum 1. April in der Dominikanischen Republik bleiben. Doch dort wurde am Donnerstag ein 25-tägiger Notstand ausgerufen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern (bislang gibt es im Land etwa 70 Infizierte) .

"Wir waren also praktisch im Hotel kaserniert und daher habe ich mich beim Außenministerium gemeldet, um einen Heimflug zu bekommen. Der wäre am Dienstag gewesen, doch dann hat der Reiseveranstalter für mich einen früheren Flug organisiert", erzählt der Amstettner der NÖN. Am Samstag ist er um 11 Uhr in Frankfurt gelandet. Corona-Kontrollen habe es am Flughafen keine gegeben, wundert sich der Amstettner. Er habe sich dann nach einem Flug nach Wien erkundigt, doch keinen bekommen. "Darum bin ich halt mit dem Zug gefahren. Ich habe einen Eurocity erwischt, der direkt nach Wien ging. Im Zug hat es ebenfalls keine Kontrollen gegeben, an der Grenze nicht und auch in Österreich nicht", berichtet der Amstettner.

Um 18 Uhr ist er am Samstag in Amstetten eingetroffen und hat sich selbständig in seiner Wohnung in Quarantäne begeben. "Ich glaube zwar nicht, dass ich infiziert bin, aber natürlich habe ich während des Fluges und im Zug Dinge angegriffen. Ich werde daher nun zwei Wochen nicht nach draußen gehen", handelt der Mann verantwortungsvoll.

Schon vom Flughafen in Santo Domingo aus hat er seinen Bruder angerufen, der ihm Lebensmittel besorgt hat und ihn auch weiterhin beliefern wird. 

Der Amstettner hat sich auch bei der Coronavirus-Hotline gemeldet, dort hat man sich aber als nicht zuständig erklärt und ihn an das Außenministerium verwiesen. "Deshalb habe ich dahin nun eine E-Mail geschickt und die Geschichte geschildert. Alles in allem finde ich es schon sehr seltsam, dass ich ohne jede Kontrolle von der Dominikanischen Republik bis nach Amstetten kommen konnte", sagt der 64-Jährige.