Corona-Ampel: Waidhofen/Ybbs weiterhin grün. Die Infektionen steigen im Bezirk Amstetten weiter an. Die Infektionswege lassen sich aber nachvollziehen. Elf Erkrankte in Sonntagberg, je drei in Waidhofen und Kematen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 13. Oktober 2020 (12:48)
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Am Freitag der Vorwoche ist die Coronaampel im Bezirk Amstetten von Grün auf Gelb umgesprungen. Nach dem Cluster im Raum St. Valentin, der beim Storchaufstellen für frisch gebackene Eltern entstanden ist, hatte sich die Lage im Bezirk bis Redaktionsschluss am Montag aber stabilisiert. „Wir steigen zwar, können aber bis auf einen Fall überall zuordnen, wie die Ansteckung passiert ist“, sagt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer. „Oft geschieht es in der Firma, aber auch bei privaten Feiern.“ Mit Stand Montag waren im Bezirk 49 Personen positiv auf Covid-19 getestet und rund 250 in Quarantäne. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Ausbruch der Pandemie im März ist im Bezirk auf 459 gestiegen.

In Amstetten gibt es derzeit fünf positiv getestete Personen, darunter eine dreiköpfige Familie. Das Kind besucht die Volksschule in der Preinsbacherstraße. „Ich wurde von einem Elternteil angerufen, der mir mitgeteilt hat, dass sein Kind positiv auf Corona getestet wurde. Ich habe daraufhin sofort die Bezirkshauptmannschaft informiert“, berichtet Volksschuldirektorin Christine Schmutz. Zwei Lehrer wurden von der Behörde in Quarantäne geschickt.

Kinder unter zehn Jahren nicht in Quarantäne

Die Mitschüler können weiterhin am Unterricht teilnehmen, denn das Gesundheitsministerium hat empfohlen, Kinder bis zu zehn Jahren auch bei einem bestätigten Coronavirusfall in der Klasse bzw. in der Gruppe nur als „Kategorie II-Kontakt“ einzustufen. Das Risiko einer Übertragung durch Kinder unter zehn Jahren wird als gering angesehen, daher müssen diese nicht mehr automatisch in Quarantäne.

„Wir halten ohnehin seit Schulbeginn alle Sicherheits- und Hygienevorschriften strikt ein und führen auch das Contact Tracing durch“, sagt Schmutz. Man habe damit rechnen müssen, dass das Coronavirus die Schulen im Bezirk nicht verschonen werde. „Wir müssen einfach professionell damit umgehen“, betont die Direktorin.

Das sieht auch Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer so: „Die Schule hat sehr gut und richtig reagiert. Wir haben in Amstetten derzeit fünf Coronafälle, die sich aber nachvollziehen und eingrenzen lassen. Ich möchte einmal mehr an die Eigenverantwortung der Bürger appellieren. Wenn wir uns alle an die vorgegebenen Regeln halten, dann werden wir die Ausbreitung des Virus eindämmen können.“

 „Die Zahlen steigen zwar, wir können aber bis auf einen Fall alle zuordnen, wie die Ansteckung passiert ist.“ Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer

 Seit Freitag der Vorwoche befindet sich auch der Bürgermeister von St. Georgen/Ybbsfelde Christoph Haselsteiner in Quarantäne. Er hatte beruflich Kontakt mit einer Person, die später ein positives Testergebnis erhielt. „Der Kontakt war länger als eine Viertelstunde, daher habe ich einen Absonderungsbescheid erhalten“, erklärt Haselsteiner. Er hat selbst keine Symptome, sich aber auch selbst einem Test unterzogen. Das Ergebnis steht noch aus und soll spätestens morgen Abend vorliegen. Einen engeren Kontakt zu anderen Personen habe er in den vergangenen Tagen nicht gehabt.

Seine beruflichen Termine musste Haselsteiner absagen, stattdessen arbeitet er für die nächsten zehn Tage, so lange dauert die Quarantäne, im Homeoffice. Man müsse mit der aktuellen Situation eben umgehen lernen. Dazu gehört auch ein offener Umgang. „So etwas passiert schneller als man glaubt. Die Pandemie ist kein Hirngespinst, umso wichtiger sind Abstand halten, das Verwenden von Masken und ausreichende Hygiene“, weiß er.

Elf Covid-19-Kranke in Gemeinde Sonntagberg

Im Ybbstal verzeichnete man in den Gemeinden Sonntagberg und Kematen sowie der Stadt Waidhofen seit Montag der Vorwoche neue Infektionen mit Covid-19. In Sonntagberg kamen zu den sieben neuen Fällen vier weitere hinzu. Man hält somit bei elf betroffenen Personen. „Nähere Details sind uns nicht bekannt“, sagt Bürgermeister Thomas Raidl. Weder kennt man die Anzahl der Personen, die sich derzeit in Quarantäne befinden, noch weiß man, ob jemand bereits wieder genesen ist. In Kematen erhöhte sich die Zahl auf drei bestätigte Fälle.

In der Stadt Waidhofen kamen seit Montag der Vorwoche drei weitere Covid-19-Infektionen hinzu. Nachdem eine Person in der Zwischenzeit wieder genesen ist, hielt man zu Redaktionsschluss bei drei aktuellen Erkrankungen. Die Statutarstadt ist neben Horn derzeit der einzige niederösterreichische Bezirk, wo die Coronaampel noch auf Grün geschaltet ist.

Weiterhin keine Neuinfektionen gab es bis Redaktionsschluss in den Gemeinden Allhartsberg, Ybbsitz, Opponitz, St. Georgen/Reith und Hollenstein.