Treibjagd: Schock für einen Jogger. Mann in Amstetten vermutlich von abprallendem Schrotkorn getroffen. Er blieb aber unverletzt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 16. Dezember 2020 (03:07)
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Schrecksekunde für einen Jogger am Donnerstag am Ybbsuferweg etwa auf Höhe Greimpersdorf. Er hörte einen Schuss und spürte dann etwas am Bein. Zu der Zeit war im Gebiet links von der Ybbs eine Treibjagd der Jagdgenossenschaft Amstetten im Gange, die dort auch ordnungsgemäß stattfinden darf. Geschossen wurde mit Schrot auf Niederwild.

Natürlich machte der geschockte Jogger die Jäger auf sich aufmerksam. „Das Wichtigste ist: Es wurde nicht in seine Richtung geschossen und der Mann hat auch keine Verletzung gehabt, außer vielleicht einen kleinen blauen Fleck“, berichtet Bezirksjägermeister Franz Hochholzer auf Anfrage der NÖN. Vermutlich dürfte der Läufer von einem sogenannten „Geller“ getroffen worden sein, also einem Schrotkorn, das von einem Stein abgeprallt ist und dadurch in eine falsche Richtung gelenkt wurde.

Hochholzer betont, dass natürlich nichts in den Bereich des Naherholungsgebietes fliegen dürfe. „Wir schulen daher auch die Jäger sehr sorgfältig und achten bei den Jagden sehr streng auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Das war auch bei dieser Treibjagd so. Ein geringes Restrisiko bleibt leider. Wir versuchen es aber immer kleiner zu machen“, betont der Bezirksjägermeister.

Gespräche mit dem Betroffenen

In der konkreten Situation ist es Hochholzer ein großes Anliegen gewesen, die Situation mit dem betroffenen Jogger zu klären. „Es ist wichtig, dass mit so etwas ordentlich umgegangen wird. Ich habe ihn daher selbst angerufen und ihn gefragt, wie es ihm geht. Und auch der Jagdleiter und der Schütze haben mit ihm gesprochen“, betont Hochholzer.

Der Bezirksjägermeister berichtet, dass die meisten Treibjagden ohnehin abgesagt worden seien. „Nur dort, wo es für die Landwirtschaft wichtig ist, den Niederwildbestand zu reduzieren, finden sie statt. Das gilt auch für dieses Gebiet an der Ybbs.“ Hochholzer versichert, dass man den Vorfall natürlich genau analysieren werde, um Ähnliches in Zukunft zu verhindern. „In der Nähe von einem Naherholungsgebiet muss man eben doppelt und dreifach so vorsichtig sein.“