Behörde schickte Brief an Toten. Bezirkshauptmannschaft schickte in der Vorwoche einen Bescheid an einen Mann, der bereits im Jahr 1993 verstorben war.

Von Peter Führer. Erstellt am 17. Juni 2020 (05:10)
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Nicht schlecht staunte Anita Raab aus Zeillern über den Erhalt eines Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Amstetten, der an ihren Schwiegervater Josef Raab adressiert war. Denn: Josef Raab ist bereits im Jahr 1993 verstorben. Im eingeschriebenen Brief wird der Adressat davon in Kenntnis gesetzt, dass die Verkehrszulassung eines Traktors aufgehoben wird. Begründet wird das damit, dass kein haftender Versicherer festgestellt werden kann.

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„Es wurde von uns in den letzten Jahrzehnten keine Versicherung mehr bezahlt, sowie der Traktor als auch das Kennzeichen existieren schon lange nicht mehr. Irgendwie lustig, dass die Behörde in Zeiten wie diesen keine anderen Sorgen hat“, meint Anita Raab dazu. Kurios ist weiters, dass der Verstorbene im Schreiben dazu aufgefordert wird, den Zulassungsschein „unverzüglich bei der Bezirksverwaltungsbehörde … abzuliefern“.

Seitens der Bezirkshauptmannschaft Amstetten erklärt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer, wie es zu diesem Bescheid gekommen sein dürfte: „Grundsätzlich ist es so, dass, wenn jemand verstirbt, der Todesfall normalerweise der Versicherung gemeldet wird. Wenn es hier keine Zahlungen mehr gegeben hat, dann könnte es auch sein, dass die Versicherung, die dazu eigentlich verpflichtet ist, es bis vor Kurzem verabsäumt hat, das der Behörde zu melden.“