Weltladen Amstetten; „Fairer Handel wirkt positiv“

Erstellt am 05. Mai 2022 | 04:09
Lesezeit: 3 Min
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Katharina Krammer ist mit Leib und Seele Geschäftsführerin des Amstettner Weltladens und hat sogar ein eigenes Kochbuch zum Thema Faires Kochen verfasst.
Foto: Schleifer-Höderl
Seit Jänner ist Katharina Krammer Geschäftsführerin im Weltladen Amstetten.
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„Bis zur Geburt meines ersten Sohnes hatte ich wenig Ahnung vom Fairen Handel“, gesteht Katharina Krammer. „Umweltbewusstsein war mir zwar schon immer wichtig, aber ich habe nie nachgefragt, woher ein Produkt kommt. Erst als Felix auf der Welt war, habe ich etwa beim Einkaufen von Babykleidung begonnen, aufs Etikett zu schauen und mir Dokumentationen zum Thema angesehen. Da sind mir dann die Augen aufgegangen!“ Von einem Tag auf den anderen begann die gebürtige Öhlingerin, die mit Mann und den Söhnen Felix (4) und Max (1) in Mauer wohnt, ihr Leben umzustellen.

„Als mir bewusst wurde, was da abläuft und unter welchen haarsträubenden Bedingungen etwa Kleidung hergestellt wird, wollte ich mit meinem Kauf dieses System nicht länger unterstützen. Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren.“ Katharina begann, sich darüberhinaus als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Weltladen zu engagieren und betreute unter anderem dessen Social Media-Auftritt.

„Dabei lernt man Produzenten kennen und merkt, wie wichtig die Prinzipien des Fairen Handels sind und wie sie sich positiv auswirken. Daher beschloss ich, meinen Beruf als bautechnische Zeichnerin nach dreizehn Jahren aufzugeben und mich ganz dem Fairen Handel und dem Weltladen zu widmen.“

Das Gemeinsame in den Vordergrund stellen

Nachdem die langjährige Geschäftsführerin Maria Irauschek mit Jänner 2022 in Pension gegangen war, übernahm Katharina auch deren Agenden. Bekehren möchte die 31-Jährige niemanden, das stehe ihr nicht zu, meint sie gegenüber den NÖN. Seit Beginn der Pandemie sei allerdings bei den Menschen auch ein Umdenken in diesem Bereich zu bemerken.

„Wir leben nun mal in einer globalisierten Welt, sich dagegen zu sträuben, bringt nichts. Entscheidend ist, wie wir in Zukunft mit diesem Thema umgehen möchten. Wollen wir weiter ausbeuten oder wollen wir teilhaben lassen? Ich denke, im 21. Jahrhundert wäre es an der Zeit, das Gemeinsame in den Vordergrund zu stellen“, sagt Krammer.

Sie ist auch immer wieder mit dem Lastenrad der Stadtgemeinde unterwegs und beliefert Geschäftskunden während der Mittagszeit mit den Weltladen-Produkten. Im letzten Jahr, zum 30-jährigen Bestehen des Amstettner Weltladens, hat sie sogar ein Kochbuch mit dem Titel „faircooking“ geschrieben, alle Rezepte selbst gekocht und fotografiert.

Derzeit bereitet das Team des Weltladens den Weltladentag, der am 14. Mai stattfindet, vor. „Bereits am 7. Mai werden wir daher am Bauernmarkt mit einem Eisteestand unter dem Motto „Cool für dich und cool fürs Klima“ präsent sein und mit den Marktbesuchern ins Gespräch kommen.“

Privat verbringt die Neo-Weltladen-Geschäftsführerin am liebsten die Zeit mit ihrem Mann und den beiden Söhnen. „Wir gehen gerne wandern und erfreuen uns an der Natur. Außerdem nähe und lese ich gerne. Dabei kann ich mich gut entspannen und nach einem anstrengenden Tag zur Ruhe kommen.“

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