Rübenbauern im Bezirk Amstetten sehr besorgt. Landwirte kritisieren das Verbot von Neonicotinoiden ab 2019 und befürchten, dass Schädlinge künftig ein Drittel ihrer Ernte vernichten werden.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Mai 2018 (05:27)
Fordern Abgeltung für die Rübenbauern: Christian Lehermayr, Obmann der Rübenrodegemeinschaft im Bezirk Amstetten und Hauptbezirksbaunerbundobmann Andreas Pum.
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Weil sie für Insekten, vor allem für Bienen, gefährlich sind, hat die EU kürzlich ein Verbot von Neonicotinoiden ab 2019 erlassen. Die Chemikalien werden in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum sieht ein, dass das Versprühen der Mittel untersagt wird. Was er aber nicht versteht, ist, dass Neonicotinoide auch im Rübenbau nicht mehr verwendet werden dürfen. „Denn in diesem Fall wird der Wirkstoff den Samenpillen zugefügt, damit die Pflanzen eine Resistenz gegen Schädlinge wie den Erdfloh oder den Rüsselkäfer entwickeln. Bienen kommen damit nicht in Berührung“, sagt der Landwirtevertreter.

„Damit ist der Rübenanbau in Österreich insgesamt gefährdet“

Mit dem Verbot ab dem Jahr 2019 drohe den Rübenbauern durch die Schädlinge ein Ertragsrückgang von rund 35 Prozent. „Damit ist natürlich der Rübenanbau in Österreich insgesamt gefährdet. Die Politik wird sich etwas überlegen müssen, sonst wird es künftig keinen heimischen Zucker mehr in den Supermarktregalen geben“, sagt auch der Obmann der Rübenrodegemeinschaft im Bezirk, Christian Lehermayr aus St. Valentin.

Mit rund 800 Hektar ist die Rübenanbaufläche im Bezirk zwar vergleichsweise gering, für die betroffenen Landwirte ändert das aber nichts an der aus ihrer Sicht dramatischen Situation. „Unsere Bauern garantieren für gentechnikfreie und umweltfreundliche Zuckerproduktion. Wenn wir das weiterhin haben wollen, muss es eine Leistungsabgeltung, die den Ertragsausfall wettmacht, für sie geben und außerdem ein Verbot für die Einfuhr von Zucker aus Drittstaaten, wo Neonicotinoide erlaubt sind“, sagt Pum.

Der Bauernbundobmann begrüßt, dass die EU immerhin den Einsatz des Pestizids Glyphosat drei weitere Jahre ermöglicht. „Unsere Landwirte gehen verantwortungsvoll mit dem Mittel um und verwenden es nur dazu, die als Erosions- und Bodenschutz gepflanzte Winterbegrünung vor der Aussaat im Frühjahr zu vernichten. Mit den eigentlichen Kulturpflanzen kommt Glyphosat nicht in Berührung“, betont Pum.