Stadt Amstetten hilft der Behörde aus. Mitarbeiter der Amstettner Veranstaltungsbetriebe sind derzeit bei der BH im Contact-Tracing im Einsatz. Sie leisten wichtige Arbeit und Gemeinde erspart sich Kosten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 03. Dezember 2020 (03:25)
Coronabedingt liegt die Pölz-Halle im Dornröschenschlaf. Etliche AVB-Mitarbeiter sind auf der BH im Contact-Tracing-Einsatz.
Kovacs

Der Lockdown ist für die Stadt auch in finanzieller Hinsicht eine Herausforderung. Im Gegensatz zu Unternehmen können öffentliche Körperschaften ihre Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit schicken. „Ich habe diesbezüglich mit Bund und Land Kontakt aufgenommen und wir haben eine beispielgebende Zusammenarbeit zwischen Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde ins Leben gerufen“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer.

Konkret geht es um die rund 50 Mitarbeiter der Amstettner Veranstaltungsbetriebe. Sowohl der Kultur- als auch der Badebetrieb wurden durch die Pandemie ja stillgelegt. Natürlich muss im Hallenbad und in anderen Gebäuden täglich nach dem Rechten gesehen werden und auch das Büro ist besetzt, für viele AVB-Bedienstete gibt es derzeit aber wenig zu tun. Manche haben vorübergehend eine Beschäftigung in anderen Bereichen der Stadt gefunden – etwa im Bauhof oder auch als Hilfskräfte in Kindergärten.

Und ein Teil hilft der Behörde bei der Bewältigung der Coronakrise. „Im Rahmen einer Personalüberlassung sind Mitarbeiter der Veranstaltungsbetriebe im Ausmaß von zehn Vollzeitäquivalenten im Contact-Tracing im Einsatz“, berichtet Stadtamtsdirektorin Beatrix Lehner. Sie ist stolz auf dieses Modell und auch auf die AVB-Bediensteten, die in der Pandemie wichtige Arbeit leisten.

Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

„Mir ist es ein großes Anliegen, dass auch in dieser schwierigen Zeit jeder Mitarbeiter der Stadt seinen Arbeitsplatz behält. Diese vorübergehende Personalüberlassung hilft uns sehr, weil sie auch unser Budget entlastet. Die betreffenden Mitarbeiter werden ja nach dem Epidemiegesetz entlohnt“, sagt Haber-hauer. Auch Personen aus der Führungsebene der Veranstaltungsbetriebe sind bei der BH im Einsatz – zum Beispiel Geschäftsführer Christopher Prassl. „Wir telefonieren nicht mit infizierten Personen, sondern erfassen in erster Linie die Daten der Kontaktpersonen, die von ihnen übermittelt werden. Das muss ja auch alles aufbereitet werden und die Behördenmitarbeiter könnten diese Flut allein nicht mehr bewältigen“, sagt der AVB-Chef.

Wie lange die Personalüberlassung dauern wird, hängt davon ab, wie es nach dem 7. Dezember weitergeht. „Wenn Veranstaltungen wieder möglich sein sollten, dann wollen wir natürlich das Kulturprogramm in der Pölz-Halle wieder starten“, sagt Prassl.