Kritik: Der Wachauer Jedermann. Und noch ein Jedermann im späten Theatersommer. Nicht am Domplatz, sondern im Teisenhoferhof.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 08. September 2014 (15:22)
NOEN, Wachaufestspiele
Dort hat sich Intendant Marcus Strahl nach dem sommerlichen Komödienklassiker noch schnell an die Salzburger Festspiellegende gewagt. Mit dem Jedermann im Trachtencut, den Festgästen in der Goldhaube und Hofmannsthal im Wachauer Dialekt.

Wie angegossen passt das zum Spiel vom Leben und vom Sterben. Da müssen sich die grandiosen Laien kein bisschen hinter den Profis verstecken. Und da muss sich auch der arme reiche Mann (großartig: Marcus Strahl) kein bisschen hinter den Domplatzstars verstecken. Drall die Buhlschaft (Susanna Hirschler), andächtig die Mutter (Waltraut Haas), tückisch der Teufel (Regisseur Martin Gesslbauer).

Fazit: Hofmannsthal diesmal im Kalmuck – so intensiv, dass einem Angst und Bang wird.