Vorreiter bei Glaubwürdigkeit. Zwischen dem Konsum von Kaufzeitungen und dem politischen Interesse gibt es einen konkreten Zusammenhang, bestätigt eine Umfrage mit 1.500 Teilnehmern. Und: Kaufzeitungen gelten als glaubwürdiger als Gratiszeitungen.

Von Gerti Süss. Erstellt am 17. Juni 2014 (14:21)
NOEN, VÖZ / Biach
VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger, VÖZ-Präsident Thomas Kralinger und Georg Gartlgruber, Director Business Intelligence Dentsu Aegis Network, bei der Präsentation der Umfrage.
"Kaufzeitungen bieten einen Mehrwert - sowohl für Leser, als auch für Anzeigenkunden", erklärt Thomas Kralinger, Präsident des Verbands österreichischer Zeitungen (VÖZ). Um diesen Mehrwehrt zu untermauern, hat der VÖZ das Meinungsforschungsinstitut Dentsu Aegis Network damit beauftragt, die Rolle der Kaufzeitungen genauer zu analysieren.

Die Ergebnisse der 1.500 Teilnehmer starken Umfrage zeigen unter anderem, dass vor allem politisch Interessierte Menschen Kaufzeitungen gegenüber Gratiszeitungen bevorzugen. Gratisblätter werden eher für Unterhaltungszwecke konsumiert, während die Inhalte in Kaufzeitungen laut Umfrage als informativer, glaubwürdiger und relevanter betrachtet werden.

Etwa jeder fünfte würde für Online-Inhalte bezahlen

Zudem besagte die Studie, dass die Werbung in Printprodukten auf weniger Ablehnung stoße als im Internet, wo sie eher als störend empfunden wird. Ohne Werbung wird es online derzeit jedoch noch nicht gehen, denn die Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten ist nach wie vor gering: Etwa jeder fünfte würde für Online-Inhalte zahlen.

Nur bei jüngeren und gut ausgebildeten Internetnutzern fällt die Zahlungsbereitschaft etwas höher aus. "Eine reine Nachrichtenplattform ließe sich derzeit noch nicht mit Werbung finanzieren, ich bin aber überzeugt, dass die Zahlungsbereitschaft ausbaufähig ist", so VÖZ-Präsident Kralinger.

Online-Nachrichtenportale gewinnen an Bedeutung

Laut der Studie werden Online-Nachrichtenportale eine zunehmende Bedeutung als Lieferant von politischen Informationen erlangen - zwar liegen sie mit dieser Rolle noch klar hinter den Kaufzeitungen, aber bereits vor Gratiszeitungen.

Laut Studienautor Georg Gartlgruber gibt es ebenso Unterschiede bei der Nutzungsqualität der untersuchten Medien: "Bei Aufmerksamkeit und Interesse schneiden Kaufzeitungen besser ab als Gratiszeitungen." Und: Online-Artikel werden weniger aufmerksam gelesen als Print-Artikel. Aus diesem Grund seien längere Texte besser für Printprodukte geeignet.

Studie soll Notwendigkeit von Presseförderung untermauern

"Wir werden die Ergebnisse der Studie an Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft herantragen", meinte dazu VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Und Kralinger appellierte einmal mehr für eine Erhöhung der Presseförderung für Kaufzeitungen, denn: "Langfristig muss es ja ein hohes Interesse der Politik daran geben, dass in Österreich möglichst viele kritische Zeitungsleser leben."