Der größte See unter der Erde. Das Schaubergwerk „Seegrotte“ in der Hinterbrühl beherbergt einen ganz besonderen Schatz: Hier befindet sich Europas größter unterirdischer See. Eine Bootsfahrt auf diesem See ist ein magisches Ereignis, das man erlebt haben sollte.

Erstellt am 02. Januar 2019 (14:47)
privat

Im Jahre 1912 strömten nach einer Sprengung im damaligen Gipsbergwerk Hinterbrühl mehr als 20 Millionen Liter Wasser aus einem sogenannten Wassersack mit ungeheurer Wucht in die Gänge und Stollen des Bergwerkes und bildeten fortan den größten unterirdischen See Europas.

Das stillgelegte Bergwerk blieb bis zu dem Tag, an dem ein Team von internationalen Höhlenforschern in den 1930er Jahren das einmalige Naturspektakel unter Tag entdeckte, geschlossen. Die begeisterten Fachleute ergriffen die Initiative, diese faszinierende Sehenswürdigkeit der Öffentlichkeit als „Schaubergwerk“ zugängig zu machen. 1932 war es soweit: Von Anfang an erwies sich die „Seegrotte“ als Touristenattraktion ersten Ranges. Der „Große See“ befindet sich ca. 60 Meter unter der Erdoberfläche und verfügt über eine Wasseroberfläche von 6.200 Quadratmetern. Der See wird aus sieben unterirdischen Quellen gespeist, hat aber keinen natürlichen Abfluss. Deshalb müssen jede Nacht 50.000 bis 60.000 Liter Wasser abgepumpt werden, damit der Wasserstand auf 1,20 Meter erhalten bleibt.

Zur Geschichte der Seegrotte

Während des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmte die Deutsche Wehrmacht die „Seegrotte.“ Da die unterirdische Anlage größtmöglichen Schutz vor Bombardierung bot, errichteten die deutschen Heinkel-Werke in den ausgedehnten Gängen der „Seegrotte“ eine große, unterirdische Flugzeugfabrik. 1944 wurde das Wasser von der deutschen Wehrmacht ausgepumpt, alles trocken gelegt und beheizt. 2.000 Arbeiter, darunter viele Zwangsarbeiter, waren damit beschäftigt, hier einen der ersten Düsenjäger der Welt zu produzieren - die Heinkel HE 162 „Salamander“.
1945 zerstörte ein Sprengkommando die Fabrikseinrichtung mit sieben schweren Bomben. Es dauerte drei Jahre, bis das Bergwerk renoviert und für die Touristen wieder zugänglich gemacht worden war.

Werbung