ARBÖ feiert Jubiläum. Ehre, wem Ehre gebührt! Seit fünf Jahrzehnten hilft der ARBÖ – in dieser Zeit legten die „weißen Bernhardiner“ mehr als 130 Millionen Kilometer zurück.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 19. September 2017 (01:47)
NOEN, zVg
 

Auch Regen konnte die gute Stimmung auf dem Wiener Rathausplatz am 16. September 1967 nicht trüben. 37 Techniker – damals noch ausschließlich Männer – standen mit stolz geschwellter Brust vor ihrem neuen Arbeitsgerät: einem Puch 500, angetrieben von einem Motor mit sage und schreibe 16 PS, ausgestattet mit sämtlichen Werkzeugen und Geräten, um liegengebliebene Fahrzeuge auf Österreichs Straßen wieder flott zu machen. Die Geburtsstunde des ARBÖ-Pannendienstes!

NOEN

Im Laufe der folgenden fünf Jahrzehnte entwickelte sich der Pannendienst zu einer der wichtigsten Säulen des ARBÖ, wie folgende Zahlen belegen: Insgesamt wurden die ARBÖ-Pannenhelfer sieben Millionen Mal gerufen, um Hilfe zu leisten. Dabei legten die „weißen Bernhar-
diner“, so der liebevolle Name für die Pannenfahrzeuge, mehr als 130 Millionen Kilometer zurück, was 170 Mal der Strecke zwischen Erde und Mond gleichkommt …

ARBÖ rund um die Uhr im Einsatz

Heute sind mehr als zehn Mal so viele ARBÖ-Pannenhelfer für die schnelle Hilfe in ganz Österreich verantwortlich. 400 Techniker sind rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr unterwegs, um Pannen zu beheben. Damals wie heute sind es nahezu die gleichen Gebrechen, die repariert werden müssen: streikende Batterien, Reifenschäden und Elektrikprobleme – die Top-3-Plätze des Pannen-Rankings.

Zu den Technikern auf der Straße kommen nochmals so viele Mitarbeiter, die in den Prüfzentren, in der Verwaltung oder im Contact Center um bestes Mitgliederservice bemüht sind. Apropos Contact Center: Dieses wurde Anfang 2017 in Wien zentralisiert. Rund 20 Mitarbeiter koordinieren den reibungslosen Einsatzablauf, wobei die Pannenannahme im Durchschnitt gerade einmal 2,5 Minuten dauert und der Pannenfahrer in 30 bis 45 Minuten vor Ort ist.

Das heißt: Nach nicht einmal einer Stunde setzen ARBÖ-Mitglieder größtenteils ihre Fahrt fort, denn neun von zehn Pannen können direkt an Ort und Stelle behoben werden. Dazu sind die Pannenautos mit modernstem Equipment ausgestattet, das heute insgesamt rund 200 Teile umfasst.

Schnelle Hilfe vor Ort

Schnelle Hilfe ist heute gefragter denn je, ARBÖ-Generalsekretär Gerald Kumnig sagt: „Un- sere Mitglieder verlassen sich darauf, dass wir alles Erdenkliche unternehmen, um die Weiterfahrt möglich zu machen. Das ist auch der große Unterschied zu anderen Mobilitätsdiensten und ein Grund, warum uns zufriedene Mitglieder seit Jahrzehnten ihr Vertrauen schenken. Eine aktuelle Umfrage bestätigt diese Aussage, denn die meisten Kunden empfehlen den ARBÖ weiter. Bei uns hat der betroffene Fahrer im Pannenfall – und eine Panne ist stets eine Ausnahmesituation – persönliche Betreuung. Bis hin zu Ersatzfahrzeugen, die wir unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen, oder Versicherungsprodukten, die wir anbieten. Dies zeigt, wie wichtig unsere Dienstleistungen sind, und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Wir gehen davon aus, dass künftig das Pannenaufkommen aufgrund der komplexen Technologien der Fahrzeuge steigen wird.“

Blick Richtung Zukunft

Auch wenn der ARBÖ jetzt dieses runde Jubiläum feiert, so ist der Blick stets in die Zukunft gerichtet, wie Gerald Kumnig weiter ausführt: „Mobilität heißt Bewegung, und als Mobilitätsklub dürfen auch wir nicht stehenbleiben, sondern müssen die Herausforderungen annehmen.“ So werden beispielsweise sämtliche ARBÖ-Standorte nach und nach mit Elektro-Ladestationen ausgestattet, und Teile des Fuhrparks, wenn auch noch nicht die Pannenautos, auf Elektroantrieb umgestellt. Im städtischen Bereich setzt der ARBÖ seit kurzem auch ein Elektro-Pannenrad ein.

Für den ARBÖ gehört aber nicht nur der klassische Pannendienst zum Mitgliederservice, sondern auch die Vertretung aller mobilen Menschen in der Öffentlichkeit: „Die Hilfe im Pannenfall ist ein wichtiger Aspekt. Ebenso wichtig ist aber die Vertretung aller Menschen, die auf individuelle Mobilitätslösungen angewiesen sind oder oftmals auch nicht darauf verzichten möchten. Gerade Autofahrer haben es derzeit nicht leicht, weshalb es umso wichtiger ist, dieser Personengruppe auch in den kommenden 50 Jahren eine starke Stimme zu
geben“, so Gerald Kumnig abschließend.

Gratulation zum Jubiläum – auf die nächsten 50 Jahre!