Nobler Kostverächter. 394 PS Systemleistung und bis zu 54 Kilometer elektrische Reichweite: Der geliftete 5er schnurrt als Plug-in-Hybrid auch aus sechs Zylindern. Respekt!

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 19. August 2020 (04:29)
545e xDrive: Das Plug-in-Hybridsystem verleiht dem Wagen Samtigkeit, Sparsamkeit und superben Komfort.
BMW

Der 5er – intern seit 2017 als G30 (Limousine) und G31 (Kombi) bezeichnet – hat sich als Business-Fixstarter in der gehobenen Klasse mehr als eta-bliert. Jetzt bekam die siebte Generation einen optischen und technischen Feinschliff. Der hat nebst einer Nierenretusche am Exterieur und einer Vergrößerung des Kombiinstruments auf 12,3 Zoll im Interieur vor allem ein Update und eine Erweiterung des Motorenprogramms zum Inhalt.

Der Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang mit einem 2,0-Liter-Benziner als Verbrennerkooperationspartner – 530e, mit 292 PS Systemleistung – ist nun auch für den Kombi zu haben, hier wie dort wahlweise ohne oder mit Allradantrieb (xDrive).

„Mit dem Ausbau von zwei auf fünf Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb stellt die erneuerte 5er-Reihe das größte PHEV-Angebot innerhalb einer Modellreihe der BMW Group.“ Michael Ebner, Pressesprecher BMW Austria

Und jetzt kommt, vorerst ausschließlich für die Limousine, ein weiterer elektrifizierter und aufladbarer Antrieb hinzu – Name: 545e xDrive. Der spannt einen 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner und ein Elektro- aggregat zusammen – das ergibt 394 PS Systemleistung (Maximaldrehmoment: 600 Newtonmeter). Dieses Kooperationsduo ist im Prinzip bereits aus den PHEV-Versionen des X5 (45e xDrive) und des 7er (45e in der Kurz-, 45e xDrive in der Langversion) bekannt.

Im 5er dient ein 400-Volt-Lithium-Ionen-Akku als Energiereservoir. Damit kann der Bayer laut vorläufigen technischen Daten bis zu 54 Kilometer rein elektrisch fahren (WLTP). Die emissionsfreie Höchstgeschwindigkeit ist mit 140 km/h, die gesamte Höchstgeschwindigkeit mit 250 km/h limitiert. Das Plug-in-Hybridsystem geht mit einer Reduzierung des Basiskofferraumvolumens einher: statt 530 nur 410 Liter.

Das beeinträchtigt die Noblesse des fast fünf Meter langen Münchners jedoch kaum! Wobei sich das Noble auf mehr als seinen markanten Auftritt, seine superbe Geräuschdämmung und den höchst feinen Abrollkomfort bezieht. Sondern auch auf die zurückhaltenden Trinksitten: BMW bescheinigt ihm, mit 2,1 bis 2,4 Liter Sprit auf 100 Kilometern (CO 2 : 49 bis 54 Gramm pro Kilometer) über die Runden kommen zu können, unter optimaler Ausnützung des Zusammenspiels zwischen Verbrenner und Elektriker.

Wie im Zuge einer ersten Vorserienmodellerprobung erfahren, scheint das kein leeres Versprechen zu sein. Auch nicht der Stromverbrauch von 15,3 bis 16,3 kWh pro 100 Kilometer. Im Gleitmodus zeigte der Bordcomputer sogar ein wenig darunter liegende Werte an. Was aber nicht bedeutet, dass damit der sportliche Charakter des Kostverächters leidet. Dafür sorgt schon der prompte Schub des Elektroaggregats, in welchem der Fahrmodi – Hybrid, Electric, Sport – auch immer. Die 140 km/h elektrische Höchstgeschwindigkeit schafft er mit links, dann schrumpft allerdings die Reichweite sehr schnell.

Als Unterstützung fürs Energiemanagement kann man, im Hybridmodus, das Navigationssystem einbeziehen. Diese Vernetzung berechnet nach Vorgabe des eingegebenen Ziels im Vorhinein das Zusammenspiel beider Aggregate, unter Einbeziehung eventueller Umweltzonen mit der Anforderung, elektrisch zu fahren. Dazu serviert BMW eine Erweiterung der digitalen Services um „eDrive Zone“. Ist das aktiviert, schaltet der 5er automatisch in den Elektrobetrieb. Damit kann man Punkte sammeln, im Rahmen eines Prämienprogramms.