Zukunftsbaukasten …. München liefert den nächsten Elektrifizierungsausblick: Der BMW iX kommt Ende 2021 mit rund 500 PS und mehr als 600 Kilometern Reichweite.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 19. November 2020 (05:45)
Cooler Typ und intelligent! Der iX kann autonom bis Stufe 2+ fahren. Das heißt: Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen, aber den Blick nicht von der Straße (eine Kamera checkt die Ausrichtung der Nasenspitze). Elektromotor, Getriebe und Leistungselektronik sind beim iX in einem Gehäuse kompakt verbaut – die mecha- nische Fertigung des innovativen Gehäuses erfolgt exklusiv im Werk Steyr für den Weltmarkt!
BMW

Noch elektrischer macht sich BMW jetzt, weit über milde und aufladbare Hybride hinaus. Was mit dem Project iNext begonnen hat, manifestiert sich jetzt in einem Serienmodell namens iX. Das i steht für Strom, das X für Allradantrieb. Möglicherweise auch für Crossover, denn es handelt sich, trendgerecht und bauartpraktisch um einen SUV. Dem haben die Münchner alle Attribute mitgegeben, die das akklamierte Konzept eines SAVs – Sports Activity Vehicle – ausmachen: massive Leistung und dynamische Auslegung sowie hochwertige Ausstattung samt Verarbeitung, woraus sich die gerne zitierte Fahrfreude zusammensetzt.

Der iX, dessen Marktstart BMW für Ende 2021 ankündigt, ist nach dem i3 das zweite rein für Elektroantrieb entwickelte Modell der Marke. Mit dem konzeptionellen Unterschied, dass beim viersitzigen Stadtstromer noch ein Range Extender, ein benzinbetriebener Reichweitenverlängerer, inkludiert war (der mittlerweile passé ist). Beim kommenden E-SUV war Verbrennermitarbeit welcher Art auch immer von vorneherein gar kein Thema.

Für die Realisierung des iX entworfen wurde eine komplett neue Technikbasis. BMW tituliert diese als Zukunftsbaukasten. Darauf steht besagter Crossover-Aufbau in X5-Dimensionen, also knapp 4,9 Meter lang, bei einem Radstand von exakt drei Metern. Dabei liegen nicht bloß leichtgewichtige Materialien (sowohl an Ex- als auch im Interieur zudem möglichst nachhaltige), sondern ebenso günstige Aerodynamik im Focus. Der cW-Wert wird mit 0,25 beziffert. Der i3 bringt es auf 0,29.

„Der iX ist unser Flaggschiff – in Bezug auf Elektromobilität, Fahrautomatisierung und Vernetzung …“ Michael Ebner, Pressesprecher BMW Österreich

Zurückzuführen ist die Windschlüpfrigkeit des künftigen Vollelektrikers, der in Deutschland, in Dingolfing, gefertigt wird, unter anderem auf die entsprechende Konstruktion des Unterbodens, in dem der Akku platziert ist, weiters der Front, des Hecks und auch der Räder. Das Exterieurdesign ist bewusst minimalistisch und schlank gehalten, mit rahmenlosen Scheiben, bündig integrierten Voll-LED-Scheinwerfern und Türgriffen sowie teils in der hochgestellten Frontniere und im Logo am Heck kaschierten Sensoren und Kameras.

Für BMW-würdige Fortbewegung kommen zwei Elektromotoren – einer pro Achse – zum Einsatz, mit einer Gesamtleistung von voraussichtlich mehr als 500 PS. Das treibt den mit etwa 2,5 Tonnen Gewicht angegebenen Stromer in weniger als fünf Sekunden von null auf 100 km/h.

Das Interieur zeigt wenig Bedienungsknöpfe, aber ein großes Curved-Display.
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Als Energiereservoir dient ein Lithium-Ionen-Akku mit mehr als 100 kWh Kapazität (brutto). Das soll bei einem Verbrauch von weniger als 21,1 kWh pro 100 Kilometern gut sein für eine Reichweite von mindestens 600 Kilometern (laut WLTP). Was den Antriebsstrang betrifft, betont BMW, dass bei der Herstellung der sogenannte kritische Rohstoff Seltene Erden nicht zum Einsatz kommt, und dass der für die Produktion benötigte Strom erneuerbarer Herkunft ist. So sollte es auch beim Laden sein. Das jedenfalls haben die Techniker beschleunigt: Nachtanken mit Gleichstrom soll die Batterie in 40 Minuten von zehn auf 80 Prozent füllen. Für eine Reichweitenverlängerung um 120 Kilometer sollten zehn Schnelllademinuten ausreichen.

Ganz neu entworfen ist die Interieurarchitektur, das Cockpit mit hexagonalem Lenkrad und mit sogenanntem volldigitalem Curved-Display-Anzeigenverbund – das sind ein 12,3-Zoll-TFT-Kombiinstrument und ein 14,9-Zoll-Touchscreen, in einem Rahmen zusammengefasst. Zum (Technologie-)Flaggschiff adelt den iX auch der neueste Stand an elektronischer Assistententechnologie, die automatisiertes Fahren auf hohem Niveau ermöglicht.