Wie ein fliegender Teppich. Der C4 Cactus wurde umfangreich überarbeitet – mit dem neuen Komfortfahrwerk besinnen sich die Franzosen auf ihre Geschichte.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 20. Februar 2018 (00:07)
NOEN, Citroën
Der neue C4 Cactus (4,17 Meter lang, Kofferraumvolumen ab 348 Liter) verlor den Großteil seiner Airbumps – derWagen polarisiert jetzt nicht mehr so stark und sprichtsomit eine breitere Käuferschicht an.

Derzeit haben die Franzosen weltweit einen tollen Lauf: 2017 war ein Rekordjahr – das bereits vierte Wachstumsjahr seit 2011. Auf den Lorbeeren ausruhen? Kommt nicht in Frage!

Erfolg verpflichtet, deshalb geht es auch mit Vollgas weiter: Der C4 Cactus wurde zur Modellzyklus-Halbzeit optisch und technisch umfangreich überarbeitet. Citroën will zudem das kompakte Segment neu definieren: Der normale C4 ist bald Geschichte, die Picasso-Version bleibt im Programm, ein C4 Aircross ist vorerst nicht geplant (der C3 Aircross sorgt für volle Auftragsbücher).

Von wegen Facelift! Beim Exterieur sind gleich 90 Prozent neu. „Der C4 Cactus bringt frischen Wind in das Segment, da schaut so mancher Konkurrent blass aus“, betonen die Franzosen. Eine rundum harmonische, sympathische Erscheinung, die Linien wirken wie aus einem Guss. Wieder dabei (serienmäßig): Airbumps – allerdings nicht mehr so dominant, der Parkplatzschutz ist geschrumpft und nach unten gewandert.

Ein zentrales Thema bei der C4-Cactus-Überarbeitung war die Erhöhung des Fahrkomforts. Nach dem C5 Aircross (in China bereits erhältlich, in Europa kommt der SUV heuer auf den Markt) führt der neue C4 Cactus als Europa-Premiere eine Federung mit progressivem hydrau-lischem Anschlag (Advanced- Comfort-Federung) ein. Seit
98 Jahren ist der hohe Federungskomfort in den Genen von Citroën verankert. Für das neue System wurden 20 Patente angemeldet. Die Technologie ist im Prinzip einfach: Eine herkömmliche Federung bestehend aus einem Dämpfer, einer Feder und einem mechanischen Anschlag – dazu fügt Citroën zwei hydraulische Anschläge hinzu.
Die sorgen dafür, dass je nach Fahrbahnzustand Stöße, Nick- und Rückfederungsbewegungen weggefiltert werden. Unser Eindruck: Der Fünftürer bietet ein souveränes Fahrverhalten – wie ein fliegender Teppich, ohne das Fahrverhalten und das Fahrvergnügen zu beeinträchtigen (die legendäre DS lässt grüßen). Die Federung mit progressivem hydraulischem Anschlag ist beim neuen C4 Cactus immer serienmäßig an Bord – und wird auch die künftigen Modelle der Franzosen prägen.

Das Komfortthema setzt sich im Interieur fort: Die Advanced-Comfort-Sitze sind eine Weltpremiere. Vorder- und Rücksitze sind mit einem um 15 Millimeter dickeren Schaum gepolstert – die Sitze sehen nicht nur bequem aus, sie sind es auch (und sie bieten zugleich eine guten Halt). Man genießt das Gefühl, in einem Sofa zu sitzen – einfach herrlich. Optional ab der zweiten Ausstattungsstufe Feel erhältlich.

Hilfreich für den Winter: Grip Control (ebenfalls ab der Version Feel gegen Aufzahlung zu haben). Außerdem verfügt der neue Citroën über die PureTech-Benzinmotoren, die 2017 zum dritten Mal in Folge zum Engine-of-the-Year-Award ausgezeichnet wurden.