Erstellt am 05. Dezember 2018, 14:35

von Beatrix Keckeis-Hiller

Das Komfort-Flaggschiff. Als mobilen Wohnsalon angelegt hat Citroën den C5 Aircross, Neustarter im kompakten Crossover-Segment.

Österreich-Premiere auf der Vienna Autoshow (10. bis 13. Jänner): C5 Aircross.  |  Citroën

Auf die Wohlfühlschiene setzt Ci-troën. Das Fahren soll Freude machen. Nicht nur dem, der am Steuer sitzt. Auch den Passagieren,
auf allen Plätzen. Deshalb hat die Doppelwinkelmarke den Wiedereinstieg ins SUV-Segment familiär komfortabel interpretiert, mit Features, die gewöhnlich Familien-Vans zugesprochen werden.

Das geht wohl mit robustem Outfit einher, inklusive Airbumps, angehobenem Karosserieniveau und ganz auf der seit dem C4 Cactus eingeschlagenen Designlinie. Die Ähnlichkeit des neuen C5 Aircross mit dem kleineren Bruder C3 Aircross ist zwar unverkennbar, doch nicht verwechselbar.

Wie auf einer Sänfte

Um dem Auftrag als Komfort-Flaggschiff gerecht zu werden, hat Citroën penibel auf Geräuschdämmung geschaut und dem Crossover das neue Fahrwerk (hat im aktuellen C4 Cactus debütiert) serienmäßig mit auf den Weg gegeben. Die Stoßdämpfer mit progressivem hydraulischem Anschlag sollen für sänftengleiches Federungsverhalten sorgen – sie gehören den Doppelwinklern exklusiv.

Die Sitzmöbel mit kerniger Füllung und softer Umhüllung haben die Aufgabe, Holprigkeiten zusätzlich abzufedern. In der ersten Reihe sind die Sessel breit und äußerst komfortabel (sie bieten dennoch guten Seitenhalt), im Fond sind sie gedrittelt, zu gleichen Teilen, und längs um 150 Millimeter verschiebbar.

„Der C5 Aircross verkörpert die Design- und Technik-Identität von Citroën im SUV-Segment.“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher Citroën Österreich

Darüber hinaus kann man die Lehnen individuell justieren und die Sessel gegebenenfalls falten, um das Mindestkofferraumvolumen von 580 Litern auf mehr als beachtliche 1.630 Liter zu erweitern. Dazu kommen geräumige (wirklich gut erreichbare) Ablagen, inklusive Kühlfach unter der Mittelarmlehne und einer Handyschale in der Mittelkonsole samt kabelloser Ladevorrichtung.

Das luftig-geräumige Cockpit entspricht dem aktuellen Styling der Franzosen, die Anordnung der Regler sowie ein Teil der Bedienerführung folgt dem Muster der (EMP2-)Plattformbrüder Peugeot 3008 und 5008 sowie DS7 Crossback. Das digitale Kombiinstrument hinter dem Volant misst 12,3 Zoll in der Diagonale, der Touchscreen des Infotainmentsystems ist acht Zoll groß.

Kompakt-SUV mit Van-artigen Charakterzügen: Der Citroën C5 Aircross (hier bei unserer Ausfahrt in Marokko) offeriert komfortables Fahrverhalten und kommodes Wohngefühl. Eine stattliche, auffällige und freund-liche Figur.  |  Citroën

Die Motoren, alle mit Turbola-der, stammen aus dem Konzern-regal. Auf der Benzinerseite sind das der 1,2-Liter-Dreizylinder mit 130 PS und der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 180 PS. Bei den Dieseln handelt es sich um den 1,5- und den 2,0-Liter-Vierzylinder, ebenfalls mit 130 bzw. 180 PS. Je nachdem sind die Antriebe mit sechsgängiger Handschaltung oder mit achtstufiger Wandlerautomatik
zusammengespannt. Allradantrieb gibt es gar nicht. Das bekannte, in fünf Modi justierbare Traktionshilfesystem GripControl samt Bergabfahrunterstützung ist eine Option. Auch elektrisch generierter 4x4-Antrieb ist für den 4,5 Meter langen C5 Aircross nicht vorgesehen: Der künftige Plug-in-Hybrid, zu erwarten in etwa einem Jahr, wird mit seinen 225 PS ein reiner Fronttriebler sein.

Bis zu 20 Assistenzsysteme

An Bord sein können bis zu 20 elektronische Fahrhelfer, sie sind nicht durchwegs aufpreispflichtig. Immer dabei sind unter anderem aktiver Notbremsassistent, aktiver Spurhalteassistent sowie eine Verkehrszeichenerkennung (die manchmal widersprüchliche Anzeigen liefert). Erweitern kann man unter anderem durch einen Autobahnfahrtunterstützer, der den adaptiven Abstandsregeltempomat mit Stopp- und Anfahrfunk-

tion kombiniert. Eine 360-Grad-Kamera mit Vogelperspektiven-Darstellung kann man sich ebenfalls in den C5 Aircross holen. Das sind, samt exakt funktionierendem Navigationssystem, hilfreiche Voraussetzungen, um sich auf weitgehend unbekanntem Terrain sicher zu orientieren und zu bewegen.

230 Millimeter Bodenfreiheit

Wie auf der Jungfernfahrt des Crossovers, der trotz fehlenden Allradantriebssystems Abstecher ins weniger Wegsame dank 230 Millimetern Bodenfreiheit nicht scheuen muss. Citroën hatte ihn nach Marrakesch (Marokko) transferiert, wo er auf dem abwechslungsreichen Straßennetz am Fuß des Atlasgebirges alle seine Talente ausspielen konnte. Unter die Lupe genommen wurden die beiden starken Antriebe, jeweils in Kombination mit der superb agierenden Automatik.

Bei aller Komfortorientierung kann es der neue Franzose durchaus auch sportlich, Kurven offeriert die Region ja ohne Zahl. Selbst angesichts bösartigster Schlaglöcher federt das Fahrwerk mehr als tapfer, poltrig wird es nie, und zum Verneigen oder gar Aufschaukeln neigt es gar nicht. Insgesamt gestaltet sich die Fortbewegung im C5 Aircross lässig und souverän, komfortabel und entspannt!