Crossover-Menü: Einmal alles …. Der im Vorjahr erneuerte Toyota Yaris bekommt einen interessanten Bruder: Der Cross kann Hybrid- mit Allradantrieb kombinieren.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 09. September 2021 (05:54)
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Sieht aus wie ein Großer: der Kleinwagen-SUV Yaris Cross. Eine feine Sache!
Toyota

Die Toyota-Leute reagieren auf den unverändert vor allem in der kompakten und subkompakten Klasse anhaltenden SUV-Trend. Und erweitern das Hochbein-Repertoire auf vier Modelle: Zu C-HR, RAV4 und Highlander kommt jetzt der Yaris Cross. Der Vorname des auf den City-Dschungel zugeschnittenen Crossover weist darauf hin, dass es sich dieses Mal nicht um eine grundlegende Neukreation handelt. Denn die Baubasis (GA-B-Plattform) ist der 2020 grundlegend erneuerte und heuer als „European Car of the Year“ gekrönte Schrägheck-Yaris.

Zum Cross wird das neue Derivat – zusätzlich zum Rallyecar-Ableger GR Four – durch mehr als bloß eine Karosseriehöherlegung um 30 Millimeter (Bodenfreiheit: 170 Millimeter) samt robusterem Outfit. Abgesehen vom markanten Frontdesign mit groß dimensionierten Kühlluftöffnungen und ausladenderen Kotflügeln samt Kunststoffbeplankung ist der Crossover größer und geräumiger als sein Hatchback-Bruder.

Mit plus 240 Millimetern ist er bei gleich gebliebenem Radstand (2.560 Millimeter) auf 4.180 Millimeter gestreckt. An Breite wurden 20 Millimeter (auf 1.765 Millimeter), an Höhe 95 Millimeter (auf 1.595 Millimeter) addiert. Das resultiert, je nach Motorisierung (Hybrid oder Benziner), in einem Kofferraumvolumen von 320 bis 397 Liter, was erweiterbar ist auf maximal 1.010 respektive 1.097 Liter.

„Der Yaris Cross verknüpft urbanen Stil mit den robusten Qualitäten eines SUVs und fortschrittlicher Fahrdynamik!“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Österreich

Das Antriebsprogramm jedoch unterscheidet sich im Prinzip nicht vom Standard- Yaris: Das Portfolio setzt sich zusammen aus einem 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 125 PS, gekoppelt an eine manuelle Sechs-Gang-Schaltung, und aus einem Benziner-Vollhybriden mit 116 PS Systemleistung, kombiniert mit einem CVT-Getriebe. Dazu offeriert Toyota eine Besonderheit und damit ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Nische: eine Option auf – elektrisch generierten – Allradantrieb.

Der wird bereitgestellt durch ein Elektroaggregat an der Hinterachse, ohne direkte Verbindung zum Hauptantrieb. Das ändert nichts an der Gesamtleistung, jedoch im Bedarfsfall an der Traktion beim Anfahren und auf steilen Wegpassagen. Die Betriebsmodi Snow und Trail agieren nach Art einer elektronischen Traktionsunterstützung mit Bremseingriffen und Schlupfregulierung. Zum echten Geländetier wird der Yaris Cross dadurch nicht, doch sollte er rutschige Fahrbahnverhältnisse souverän meistern können. Sobald das System ausreichende Traktion an der Vorderachse konstatiert, wird der Hinterachsschub abgekoppelt.

Das wirklich auszuprobieren stand bei der Premierenausfahrt rund um Brüssel deshalb noch nicht wirklich auf dem Programm, weil durchwegs griffige Fahrverhältnisse herrschten. Dafür konnte der Yaris Cross Hybrid, ob front- oder allradgetrieben, seine spielerische Agilität und Munterkeit ausspielen. Die Gewichtsunterschiede zwischen den beiden Versionen tragen nicht allzu dick auf, mit dem zusätzlichen Hinterachsantrieb kommen lediglich 90 Kilogramm hinzu.

Damit ist der AWD-i vielleicht einen winzigen Tick träger. Was jedoch im Stadt- und Landstraßengeläuf kaum auffällt und auf der Autobahn erst recht nicht. Optisch hingegen fällt der Yaris Cross auf: Er wirkt imposanter als es seine Dimensionen vermuten lassen. Und der Zuwachs an Innenraumgröße wirkt sich – in der ersten Reihe – in merkbar luftigerem Wohngefühl aus.

Trotz japanischer Familienzugehörigkeit ist der Yaris Cross ein echter Europäer. Entwickelt und designt wurde er in Frankreich. Dort wird er auch gebaut. Angepeilter Hauptmarkt ist die Alte Welt, doch auch nach Japan und nach Australien wird er, in einer modifizierten Variante, geschickt. Somit hat er das Zeug zum Weltbürger. In Österreich jedenfalls soll er mithelfen, den Toyota-Pkw-Gesamtmarktanteil auf fünf Prozent zu pushen.