Sporteln mit Strom

Cupra setzt sich von Seat ab und schwört sich mit dem kompakten Elektriker Born voll auf die Alternativantriebsschiene ein.

Beatrix Keckeis-Hiller Erstellt am 14. Oktober 2021 | 05:11
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Der Born ist ein komplett neues (Elektro-)Auto – selbstbewusst und sportlich der Auftritt. Ein Wilder mit sauberem Motor. Der Antrieb erfolgt über die Hinterräder, der österreichische Importeur will um einen Allradantrieb „kämpfen“. Umfangreich die Serienausstattung: Schalensitze, Spurhalteassistent, Car2X (schön, wenn Autos mit Ampeln kommunizieren), Augmented-Reality-Head-up-Display … und auch eine Wallbox ist inklusive.
Foto: Cupra

Für Cupra geht die neue Rolle als reine Elektromarke mit einer Abnabelung einher. Der Born, erster Vollstromer des jungen Seat-Sublabels, ist ein erster Schritt in die Unabhängigkeit vom Mutterhaus. Cupra wird nun als eigene Marke geführt.

Zudem ist der Born, 4,32 Meter langer Fünftürer, im Kanon der VW-Gruppe ein weiterer Beweis für die Eigenständigkeit der Katalanen. Auf Basis der Konzerntechnik (Modularer Elektrobaukasten, Heckantrieb) hat Cupra eine ureigene Interpretation auf die Räder gestellt. Die ist betont sportlich. Bereits optisch, mit typischen Designdetails inklusive kupferfarbenem Dekor. Das charakterisiert sowohl das Ex- als auch das Interieur, und das sorgt, wie im Zuge der ersten Testfahrt in und rund um Barcelona erfahren, für sehr hohen Aufmerksamkeitswert.

Doch es geht nicht um den Zierat allein: Fahrwerk (es ist adaptiv) und Lenkung (die ist progressiv) sind wesentlich knackiger abgestimmt als im Techniklieferanten von VW, dem ID.3. Dazu trägt bei, dass der recht spartanisch wirkende Instrumentencluster im Cockpit mit den gewohnten Cupra-Ingredienzien garniert ist. Wie zum Beispiel den typischen Lenkradtasten für das Abrufen der Fahrmodi und der Boost-Funktion.

Der Born ist ein Gamechanger! Oliver Schmidt, Pressesprecher Cupra Österreich

Zur Verkostung standen zunächst die Marktstartversion mit 204 PS sowie die Topvariante mit bis zu 231 PS Spitzenleistung (via e-Boost abrufbar) parat, jeweils mit 58-kWh-Akku bestückt. Nützt man die Antrittsspontaneität des Elektroantriebs nicht über Gebühr aus, sollen rund 420 Kilometer Reichweite (laut WLTP) machbar sein. Der leistungsstärkste Born kann auch mit einer 77-kWh-Batterie geordert werden – das heißt dann: 540 Kilometer.

Dazu gesellt sich demnächst eine Einsteigervariante mit 150 PS, 45-kWh-Akku und 349 Kilometern Reichweite. Nicht nur flott beim Fahren, ebenso beim Laden kann der Born sein. Mittels DC-Technik (50 bzw. 110 kW) kann in 31 bis 42 Minuten ein Energiestand von 80 Prozent erzielt werden.