Škodas Will-ich-haben-Stromer. Der Enyaq iV ist der erste echte Vollelektriker der immer freundlichen Tschechen – und er entsteht im Herzen von Škoda, in Mladá Boleslav. Emissionsfreier Blitztest.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 01. September 2021 (02:22)
Enyaq iV - Škodas Will-ich-haben-Stromer
Emotional, effizient und elektrisierend: Enyaq iV. Der Modellname leitet sich übrigens vom irischen Wort „enya“ ab, das steht für „Quelle des Lebens“. Foto: Škoda
Škoda

Zu klein, zu geringe Reichweite, zu teuer – lange Zeit mussten sich Elektroautos diese Kritik gefallen lassen. Das war einmal … Škoda hat mit dem Enyaq iV einen äußerst interessanten Vollstromer im Programm – die Antwort auf die zuvor genannten Vorwürfe.

Geräumig und ohne Bauchweh beim Urlaub

Zu klein – auf keinen Fall! Der Fünftürer ist 4,65 Meter lang und 1,88 Meter breit („Bruder“ VW ID.4 kommt übrigens auf 4,58 und 1,85 Meter). Das Kofferraumvolumen beläuft sich auf mindestens 585 Liter, maximal sind 1.710 Liter möglich. Ein unglaublich geräumiges Elektroauto, zumal Škoda – anders als die Konkurrenz – zugunsten des Ladevolumens auf ein Steilheck setzt (eine coupéartige Version soll folgen). Dazu gibt es im Innenraum viele brauchbare Ablagen. Und coole „Simply Clever“-Details …

Zu geringe Reichweite – auf keinen Fall! Unser Enyaq iV 80 hat laut Prospekt eine Reichweite von maximal 534 Kilometer. Ja, ok, Papier ist geduldig, wir kamen bei normaler Fahrweise auf rund 450 Kilometer, was schwer in Ordnung ist, absolut alltagstauglich.

Ohne Bauchweh würden wir mit dem Auto auf Urlaub fahren. Wenngleich man vor der Urlaubsfahrt einen „Ladeplan“ erstellen sollte. Denn brauchbare Ladestationen gibt es derzeit noch nicht an jeder Ecke, aber dafür kann Škoda nichts. Tipp: Vor allem in der Stadt nicht mit D, sondern mit B fahren – hier kann über die Rekuperation einiges gespart werden, über die Paddles am Lenkrad kann zudem die Rekuperation variiert werden.

Zu teuer – auf keinen Fall! 48.110 Euro kostet unser Testwagen. Dann kann man noch Förderungen abziehen: E-Mobilitätsbonus 2.400 Euro (vom Importeur), staatliche E-Mobilitätsförderung bis zu 3.000 Euro ( www.umweltförderung.at ). Zum Vergleich: Der wesentlich kleinere BMW i3 ist ab 40.800 Euro zu haben (ohne Förderungen).

Fahreindruck? Aufgrund der Ruhe im Innenraum ist man im Stadtgebiet anfangs immer zu schnell unterwegs. Dass der Škoda generell ruhig bleibt, sich selbst auf der Autobahn nicht mit Windgeräuschen aufdrängt, gefällt uns. Satt liegt der Tscheche auf der Straße (im Normalmodus familienfreundlich, im Sportprogramm knackig), überraschend wendig ist er, die Karosserie ist gut übersichtlich.

Das neu entworfene Cockpit ist auf das Elektrikerdasein zugeschnitten, folgt aber der gleichen Logik wie die teilelektrifizierten oder konventionell angetriebenen Brüder. Das heißt: Man muss den Umgang nicht neu lernen, kennt sich auf Anhieb aus, selbst wenn einige Funktionen ins Menü des Infotainmentsystems übersiedelt und die Infoanzeigen natürlich elektrospezifisch sind. Schrecksekunde: Der 13-Zoll-Touchsceen zeigte nichts mehr an, der Škoda stand zu lange in der Sonne. Ab in den Schatten, dann ging es wieder …