Funkeln und leuchten

Die Stellantis-Edelmarke stellt mit dem DS 4 die Kompaktklasse neu auf. Motoren: Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid – Vollstromer wird nachgereicht.

Beatrix Keckeis-Hiller Erstellt am 17. September 2021 | 05:30
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Der DS 4 ist das erste in Deutschland gebaute DS-Modell und steht auf einer Weiterentwicklung der EMP2-Plattform.
Foto: DS Automobiles

Festgelegt hat sich DS Automobiles, das 2014 gegründete Premium-Sublabel von Citroën, auf exklusives Design, edle Materialien, meisterliches Handwerk sowie ausgefeilte Technik. Daran hat die neue Konzern-Konstruktion – Stellantis – nichts geändert. Ziel von DS Automobiles ist es, eigenständige Charaktere zu kreieren. Den Anfang gemacht hatte der DS 7 Crossback, in der SUV-Kompaktklasse, gefolgt vom DS 3 Crossback, im subkompakten Crossover-Segment. Heuer hinzugekommen ist der DS 9, eine Limousine der Premium-Kategorie.

Jetzt setzen die Franzosen mit einem Kompakten fort. Der hat Tradition, die in der Doppelwinkel-Ära wurzelt, er wird demzufolge als DS 4 in die aktuellen Baureihen eingeordnet. Er erstreckt sich auf 4,4 Metern Länge, die Karosserie ist knapp 1,5 Meter hoch, schlank und dynamisch strukturiert, inklusive versenkbarer Türgriffe. Stilistisch setzt der Fünftürer die Designsprache der vorangegangenen DS-Modelle mit eigenständigen – funkelnden, leuchtenden und schimmernden – Elementen fort.

Am Exterieur unterscheidet er sich durch eine neue, markante LED-Tagfahrlichtsignatur. Die Steuerungen im Interieur – an Lenkrad, Mittelkonsole und Türen – sind nochmals veredelt. Neu ist das Bediensystem (DS Iris), es fungiert als Schnittstelle zwischen Infotainment, Navigation, Audio, Web-Services etc. nach Art eines Smartphones. Neu ist ein zusätzlicher Fünf-Zoll-Touchscreen (Smart Touch) auf der Mittelkonsole, etwa für Kurzkommandos, auch handschriftlicher Natur. Neu ist das Belüftungssystem mit versteckt postierten Kühlluftlamellen (DS Air).

„Der DS 4 wurde entwickelt, um das kompakte Premium-Segment neu zu definieren!“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher DS Automobiles Österreich

Statisch debütiert hatte der DS 4 in Österreich Anfang Juli. Jetzt ist er bereit für den Marktstart. Für eine Fahrkostprobe stand er in der Heimat parat, in Frankreich (auch wenn er in Rüsselsheim, Deutschland, vom Produktionsband fährt). Rund ums Château Chantilly, nahe Paris, konzentrierten wir uns auf das Topmodell, das der Primus beim sparsamem Umgang mit fossiler Energie ist: auf den E-Tense, ein Plug-in-Hybrid mit 225 PS Systemleistung, in der gefahrenen Variante inklusive neuem aktivem und kamerabasiertem Federungssystem (DS Active Scan Suspension, adaptiert vorausschauend das Fahrwerkssetting) sowie ebenfalls neuem Head-up-Display.

Das aufladbare teilelektrische Antriebssystem des DS 4 besteht wie in den Konzernbrüdern aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner. Ein Elektromotor ist Kooperationspartner. Gekoppelt ist das Duo, das seine Power an die Vorderachse schickt, an ein achtgängiges Automatikgetriebe. Die Elektroenergie ist gespeichert in einem 12,4-kWh-Akku. Der soll laut WLTP gut sein für eine elektrische Reichweite von bis zu 60 Kilometern. Die Ladezeit beträgt je nach Stromquelle zwischen knapp zwei und rund 7,5 Stunden.

Als weitere Antriebe offeriert DS Automobiles einen 1,2-Liter-Benziner mit 130 PS und einen 1,6-Liter-Otto mit 180 oder 225 PS sowie einen 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS. 2024 kommt ein reiner Elektroantrieb hinzu. Alle aktuellen Motoren sind mit achtstufiger Automatik zusammengespannt. Allradantrieb ist kein Thema, dafür gibt es optional ein Traktionsunterstützungssystem. Ein Leichtgewicht ist der DS 4 dennoch nicht. Die Verbrenner wiegen zwischen 1.486 bis 1.558 Kilogramm, der Hybrid bringt es auf stolze 1.790 Kilogramm. Trotz reduziertem Tankinhalt: 40 statt 52/53 Liter (Benziner/Diesel).

Fazit nach rund 150 Kilometern Fahrt rund um Paris: Der DS 4 wirkt rundum gelungen. Ausgewogen ist das Fahrwerk, bemerkenswert die Geräuschdämmung, hochfein der Wohnkomfort. Wenn man etwas bekritteln könnte, dann wäre es die anfangs unlogisch erscheinende Bedienung der Tempomatjustierung und ebenso das Auffinden der Hybridmodus-Untermenüs, etwa, um dem System das Nachfüllen des Akkus zu verordnen. Doch das sind Details, die im täglichen Umgang bestimmt ganz selbstverständlich in Fleisch und Blut übergehen.