Vom Pony zum E-CUV. Die Südkoreaner legen mit dem Ioniq 5 den futuristischen Grundstein zur Etablierung der neu formierten rein elektrischen Hyundai-Submarke Ioniq.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 03. März 2021 (05:29)
Der Ioniq 5 ist für Hyundai der Beginn einer neuen Ära.

Hyundai/Ioniq

Mit vorbildlicher Wandlungsfähigkeit reagiert Hyundai auf technische Entwicklungen in der Automobilwelt. Gerade einmal 45 Jahre ist es her, dass die 1967 gegründete südkoreanische Fahrzeugmarke mit einem Modell namens Pony in Europa debütierte, oft belächelt wegen der altmodisch wirkenden Optik. Und jetzt galoppiert Hyundai so manchem doppelt so lange etablierten Hersteller voraus, davon … Siehe Elektrifizierung, ob via Brennstoffzelle (FCEV) oder Hybridsysteme (HEV, PHEV) oder Batterien (BEV).

Zu einem neuen Höhepunkt holen die Südkoreaner gerade aus: Startsignal ist die Gründung der Submarke Ioniq, bislang Kennzeichen einer dreifach – Hybrid, Plug-in-Hybrid, Batterie – unter Strom gesetzten Kompaktbaureihe. Das neue Label konzentriert sich auf batterieelektrische Antriebe. Der Ioniq 5, das Premierenmodell, ist ein trendiges – ein Crossover Utility Vehicle, kurz: CUV.

Dabei bekennt sich Hyundai zur eigenen Vergangenheit. Die Exterieur-Designsprache knüpft an den eingangs erwähnten Pony an, ist jedoch auch, in den Grundzügen, bereits im kürzlich erneuerten Tucson angelegt. Der Ioniq 5 steht auf einer neuen Plattform, E-GMP genannt (Electric-Global Modular Platform), die sowohl 400- als auch 800-Volt-Technik ermöglicht (800 Volt – eine derart hohe Spannung bieten bisher lediglich der Porsche Taycan und der Audi e-tron GT in Serie). Dahinter steckt ein Multi-Charging-System, eine neue, weltweit erstmalige (und patentierte) Technologie.

„Als erstes Modell der neuen Hyundai-Submarke Ioniq, die sich auf batterieelektrische Fahrzeuge spezialisiert hat, setzt der Ioniq 5 neue Maßstäbe!“ Rasin Kamali, Pressesprecher Hyundai Österreich

Das bedeutet: An einer 350-kW-Schnellladestation kann in nur 18 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden, nur fünf Minuten sollen reichen, um Saft für 100 Kilometer (laut WLTP) Reichweite zu tanken. Dazu kommt eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW. Soll heißen: Es können Elektrofahrzeuge und -geräte mobil oder stationär aufgeladen werden.

Die Karosserieabmessungen: 4.635 Millimeter lang, 1.890 Millimeter breit, 1.605 Millimeter hoch. Bemerkenswert der Radstand: Er misst exakt drei Meter. Daraus resultiert großzügiger Innenraum, mit neuen Konzeptdetails, wie einer um 14 Zentimeter bis in den Fond verschiebbaren Mittelkonsole und ebenso glatt wie eben gehaltenem Boden – im Sinne von Komfort und Bewegungsflexibilität im Interieur. Passabel groß ist der Kofferraum: Er fasst zwischen 531 und 1.591 Liter Ladegut. Dazu kommen unter der Motorhaube beim 2WD nochmals 57, beim 4WD 24 Liter.

Der Ioniq 5 ist für Hyundai der Beginn einer neuen Ära.
Hyundai/Ioniq

Dass die Kommandozentrale volldigital gehalten ist, das überrascht nicht. Gekrönt werden können der 12,3-Zoll-Armaturenbildschirm und der 12,3-Zoll-Infotainment-Touchscreen mit einem Head-up-Display samt Augmented-Reality-Funktion. Die zeigt nicht nur relevante Fahrbetriebs- und Navigationsdetails an, sie informiert auch über die Funktion der zahlreichen und kompletten Fahrassistenzsysteme und liefert zusätzlich Umgebungsinformationen. Angesichts dieser Funktionenvielfalt ist auch ein Solardach im Optionenprogramm zu finden. Das kann die Reichweite (bis zu 480 Kilometer sind angegeben) ein wenig verlängern, das Batteriesystem jedoch auch vor Entladung schützen.

Dass die Südkoreaner einerseits mit Leistung nicht gegeizt haben, andererseits den künftigen Ioniq-5-Käufern eine breite Auswahl bieten, zeigt die Vielfalt an Antriebsvariationen bereits ab dem Start: 58 kWh mit 170 PS und Heckantrieb, mit 235 PS und Allradantrieb via zweitem E-Motor an der Frontachse, 72,6 kWh mit 218 PS und Heckantrieb sowie mit 306 PS und Allradantrieb. Die Höchstgeschwindgkeit ist in allen Versionen mit 185 km/h limitert. Die maximale Anhängelast kann (gebremst) 1.600 Kilogramm ausmachen.

Auf der Technikbasis des Ioniq 5 wird eine Reihe weiterer Modelle folgen: Ioniq 6, eine Limousine, und Ioniq 7, ein großer SUV.