Teilzeitstromer mit US-Flair. FCA (Fiat Chrysler Automobiles) setzt mit der Plug-in-Hybridversion des Renegade, genannt 4xe, eines der Startsignale zur Elektrifizierung der Konzernmodelle.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 15. Oktober 2020 (05:27)
Elektrifizierung ohne Einbußenverspricht FCA für die Plug-in-Hybridversionen des Renegade.
Jeep

Elektrifizierung ja, aber nicht um jeden Preis. Und wenn, dann dort, wo es sinnvoll ist. Damit begründet FCA den nicht allzu früh gesetzten Auftakt des Unterstromsetzens der Antriebsstränge.Den Anfang macht man nun in einem Segment, das nicht nur erfolgreich, sondern auch weiterhin erfolgversprechend ist: in dem der subkompakten und kompakten Crossover. Somit steht der Renegade als einer der ersten Teilzeitelektriker am Start.

Dem zugrunde liegt ein Plug-in-Hybridsystem, bestehend aus einem 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung (130 oder 180 PS) und einem Elektroaggregat (60 PS). Daraus ergeben sich 190 oder 240 PS Systemleistung, die von einer sechsstufigen Automatik höchst geschmeidig sortiert werden. Dazu gehört stets Allradantrieb (eAWD): Der Verbrenner ist für den Antrieb der Vorderachse zuständig, der Stromer schickt seine Leistung an die Hinterachse.

Gestartet wird, wie bei allen Hybriden, ohne Zutun des konventionellen Antriebs, also rein elektrisch, somit geräuschlos. Als E-Energiereservoir fungiert eine Batterie mit 11,4 kWh Kapazität. Das System soll eine rein elektrische Reichweite von bis zu 43 Kilometer (laut WLTP) ermöglichen. Der rechnerische Normmixverbrauch: 2,1 bis 2,2 respektive 2,1 bis 2,3 Liter Benzin (CO 2 : 49 bis 52 Gramm pro Kilometer).

„Mit dem neuen Renegade 4xe fährt Jeep in eine elektrifizierte und vernetzte Zukunft made in Europe, die Effizienz mit Fahrspaß verbindet …“ Andreas Blecha, Pressesprecher FCA Austria

Entwickelt wurde und gebaut wird der Renegade bekanntlich in Europa. Für das US-Flair sorgen auch im Teilzeitstromer die gewohnten Designelemente als Zitat der Optik des Urahnen, des Willys. Doch im Umgang sowie im Fahr- und Federungsverhalten gibt sich der mit 4,24 Metern Kleinste der Jeep-Familie unverändert europäisch, auch mit elektrisch generiertem Allradantrieb.

Für die Offroad-Fähigkeit sorgt nicht nur das, ebenso leistet die Bodenfreiheit von 201 Millimetern ihren Beitrag dazu. Samt Böschungswinkel, je nach Version. Der beträgt vorne 19 bzw. 28 Grad, hinten 27 bzw. 28 Grad. Rampenwinkel, je nachdem: 16 oder 18 Grad. Damit dürfte Grobschotter kein Problem sein. Ebensowenig wie eine spontane Kraftentfaltung auf Asphalt. Schon 190 PS sorgen für munteren Vortrieb, trotz des nicht unbeträchtlichen Fahrzeuggewichts von 1.770 Kilogramm.

Zum Ausstattungsprogramm gehört neben einer Reihe von Goodies wie Voll-LED-Licht auch ein teils serienmäßiges, teils optionales Konvolut an elektronischen Helfern. Infotainment ist sowieso inkludiert.

Der Renegade rollt übrigens als Plug-in-Hybrid nicht alleine an den Start. Parallel dazu tut das ebenso der um rund 16 Zentimeter längere Plattformbruder Compass, als 4xe, mit gleichem Antriebsstrang, für ab 46.090 Euro. Reichweite: bis zu 46 Kilometer.

Die Elektrifizierungswelle setzt sich weiter fort. Einerseits mit der Mildhybridisierung des Panda – als FireFly Hybrid 70, ab 13.000 Euro - und des Cinquecento – FireFly Hybrid 70, ab 15.700 Euro. Zweiterer erscheint zudem im Spätherbst in einer kompletten Neuauflage, als reiner Batteriestromer mit 42-kWh-Akku. Leistung: 118 PS. Reichweite: bis zu 320 Kilometer. Preis des Startmodells La Prima: ab 29.500/32.500 Euro (Hatchback/Cabrio), alle Förderungen abgezogen. Auf dem Fuß folgt der erste Elektronützling, der Ducato, als BEV, in allen in dieser Klasse üblichen Aufbauvarianten (Nutzlast: bis zu 1.950 Kilogramm). Leistung: 120 PS. Reichweite: bis zu 300 Kilometer.