Erstellt am 20. November 2018, 01:57

von Michaela Fleck

Ein leiser Gentleman. Höflich sind die Asiaten (fast) alle. Kias gerade frisch überarbeiteter Bestseller Sportage ist noch bescheidener als sonst – und hat doch mehr als die meisten seiner SUV-Brüder.

Kia hat den Sportage auch optisch dezent überarbeitet – der Feinschliff bei Stoßfänger, Scheinwerfer & Co. steht ihm gut. Wie gehabt: Beim Allradantrieb lässt Magna Power aus Österreich herzlich grüßen.  |  Kia

Auf den Tisch zu hauen liegt ihm gar nicht. Dazu ist man in Korea (genauso wie in Japan) viel zu gut erzogen. Und auch wenn sich Kias Bestseller mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren längst – und laut – brüsten könnte, entwickelt er sich lieber leise weiter, der Sportage. „Überarbeitung“ nennt man das bei Kia. Mehr Dynamik, mehr Technik, mehr Ausstattung heißt das in der Praxis. Und: mehr Visionen. Denn der brandneue Diesel-Mildhybrid, der die „überarbeitete“ vierte Spor-tage-Generation antreibt, feiert bei den Koreanern Premiere. Und ist auch noch einer der ersten unter den SUVs überhaupt.

Wie sich der fährt? So leise und so unaufgeregt, wie man sich es bei manch anderen Dieseln nur wünschen könnte. Der Mildhybrid, konkret: die 48-Volt-Batterie mit Zwölf-Kilowatt-Startergenerator, schaltet den Verbrennungsmotor auch beim Ausrollen oder beim Bremsen mal ab (und spuckt so bis zu zehn Prozent weniger CO 2 ). Merkt man in der Praxis so gut wie gar nicht, an der Zapfsäule und bei der Normverbrauchsab-gabe dagegen umso mehr. Noch bequemer macht es die achtstufige Automatik. Und noch frischer die GT-Line, die die schwarzen Ledersitze mit roten Nähten aufpeppt. Auch das neue Lenkrad und das neu angeordnete Cockpit machen sich gut.

Und wer so viel Bescheidenheit dann doch auch mal herzeigen will, der lädt einfach alle ein. Mit Kind und Kegel. Platz und Variabilität und Höflichkeit hat er genug, der neue Sportage …

Test: Kia Sportage 2.0 CRDi AWD AT GT-Line

Karosserie: Länge x Breite x Höhe 4.495 x 1.855 x 1.645 Millimeter, Radstand 2.670 Millimeter, Wendekreis 10,6 Meter, Bodenfreiheit 172 Millimeter, Böschungswinkel vorne/ hinten 17/26 Grad, Rampenwinkel 17 Grad, Steigfähigkeit 44 Grad, Eigengewicht 1.805 Kilogramm, Kofferraumvolumen 439 bis 1.428 Liter.

Motor: Common-Rail-Turbodiesel (mit „Elektrohilfe“), vier Zylinder, 1.995 Kubikzentimeter, 185 PS, 400 Newtonmeter, Höchstgeschwindigkeit 201 km/h, in 9,5 Sekunden auf Tempo 100, 5,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer, 153 Gramm CO 2 pro Kilometer, Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Kraftübertragung: Allradantrieb, Automatikgetriebe (acht Stufen).

Preis & Serienausstattung: 49.590 Euro – sechs Airbags, Berganfahrassistent, Drive-Mode-Select, Fernlicht-, Spurhalte-, Querverkehrs- und Tot-winkelassistent, adaptiver Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und Stop&Go-Funktion, Ledersitze, beheiz- und belüftbarer Fahrer- und Beifahrersitz, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Rückfahrkamera, 360-Grad-Around-View, intelligente Heckklappe.