Bis zu 510 Kilometer …. Der Enyaq iV ist der erste echte Vollelektriker der Tschechen – und er entsteht im Herzen von Škoda, in Mladá Boleslav. Wir waren bei der Weltpremiere!

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 09. September 2020 (05:48)

Die Zeit steht momentan kaum im Zeichen großer Feste – wenn sie stattfinden, dann in einer virtuellen Sphäre. Doch Škoda feiert – in echt. Es jährt sich die Gründung der Marke heuer zum 125. Mal. Die Gelegenheit, ein Resümée der Modellgeschichte zu ziehen, mit Ausstellungen der Meilensteine, nicht nur im hauseigenen Museum in Mladá Boleslav. Auch auf öffentlicher Bühne, in der tschechischen Hauptstadt, in Prag, vor einer handverlesenen – und reduzierten – internationalen Gästeschar, mit einem Schritt in die Zukunft, mit der Weltpremiere des ersten echten Vollelektrikers der Marke.

Denn die Tschechen sind trotz Corona-Pandemiemaßnahmen hoch aktiv, besonders, was die Antriebselektrifizierung betrifft. Es hatte der als Verbrenner (2011) gestartete Citigo im Vorjahr einen Anfang gemacht, als Batterietriebling, begleitet von der ersten Plug-in-Hybrid-Version des Superb. Beide tragen als Typenbezeichnungszusatz das Kürzel iV. Das ist die Markierung einer neuen Škoda-Submarke. Deren hochoffizieller Start erfolgt jetzt – mit dem Enyaq iV. Wie der Name andeutet, soll er sich ins Segment der SUVs einordnen. Die auf Aerodynamik getrimmte Statur, in der Länge mit 4,65 Metern nur knapp unter dem Kodiaq und dem Octavia, wirkt jedoch mehr wie eine Crossover-Figur, eine aus SUV und Kombi.

Škoda Enyaq iV
Skoda

Seinem Technikbruder VW ID.3 ähnelt er damit weder außen noch innen. Gemeinsam mit ihm hat er den Heckantriebsunterbau, den Modularen Elektrobaukasten (kurz: MEB) und den Antriebsstrang – Elektroaggregat, Ein-Gang-Getriebe, Batterie mit rund 500 Kilogramm Gewicht. Allerdings mit etwas anders gewichteten Leistungs-, Akkukapazitäts- und Reichweitenabstufungen. PS: 148, 180 und 204. Batterieleistung: 55 (iV 50), 62 (iV 60) und 82 kWh (iV 80). Reichweite: 340, 390 und 510 Kilometer (laut WLTP). Bei diesen Versionen ist die Höchstgeschwindigkeit mit 160 km/h limitiert. So wird es auch bei der künftigen, 265 PS starken 4x4-Variante (iV 80X) sein, die Allradantrieb aus je einem Motor pro Achse generiert. Nur die RS-Interpretation mit 306 PS (und zwei angetriebenen Achsen) darf bis zu 180 km/h schnell sein. Bei beiden 4x4-Modellen ist die Reichweite mit 460 Kilometern angegeben.

Abgesehen davon: Das Exterieur ist beim Enyaq iV im Stil des Hauses gehalten – markant, mit kristallinen Elementen an Scheinwerfern und Leuchten. Das Glitzern und Glänzen kann getoppt werden, anhand eines Kühlergrills namens Crystal Face. Die hinter Glas gesetzten vertikalen Streben und die horizontale Querspange sind illuminierbar, mit Mini-LEDs. Damit kann aus dem Kristallgesicht eine disco-artige Lichtshow strahlen. Ein Feature, das in der sogenannten Founder’s Edition zum Marktstart an Bord, in den leistungsstärkeren Versionen Aufpreisoption ist.

Škoda Enyaq iV
Skoda

Dazu kommt: Ebenso wie die klassenübergreifende Geräumigkeit (Basiskofferraum: 585 Liter) dürfen die zahlreichen Praxis-Features (Simply Clever, neu unter anderem: Ladekabelreiniger) auch beim Elektriker nicht fehlen. Dazu gehört ebenso das gewohnt unverschnörkelte, fast streng arrangierte Interieur, das mit ausgesuchten Materialen ausstaffiert werden kann. Zur Serienmitgift gehört ein neues, digital instrumentiertes Cockpit. Das Infotainmentsystem kann über einen bis zu 13 Zoll großen Touchscreen dirigiert werden.