Dynamisiert & modernisiert. Die Tschechen haben den Škoda Fabia auf eine neue Basis gestellt. Er ist länger, breiter und niedriger – noch geräumiger und praktischer.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 28. August 2021 (05:35)
440_0008_8157009_noe34_motor_skodafabia2.jpg
Großen Anteil am anhaltenden Škoda-Erfolg hat der Fabia. Der Fünftürer startet jetzt in seine vierte Generation. Er ist auf allen Ebenen gewachsen und dennoch wirtschaftlicher geworden. Die Antriebe sind ausschließlich Benziner.
NOEN

Nach wie vor gefragt sind Kleinwagen, trotz unverändert steigendem Trend zu SUVs. Sie machen aktuell rund 20 Prozent Marktanteil aus, selbst wenn sich die Auswahl an Karosserievarianten reduziert hat. Bei Škoda ist dieses Segment nicht nur eine fixe Größe, sondern auch eine wesentliche Basis für den Erfolg: Der Fabia hat, als Felicia-Nachfolger, seit 1999 entscheidend zum Aufstieg der VW-Konzern-Tochtermarke beigetragen. Bisher hat er sich 4,5 Millionen Mal verkauft. Für eine Fortsetzung sorgt Škoda jetzt mit einem großen Generationswechsel. Der bedeutet für den Fabia eine neue Basistechnik. In seiner vierten Karrierephase steht auch er auf der MQB-A0-Plattform der VW-Großfamilie.

Das bringt dem kleinen Tschechen alleine schon optisch eine Profilschärfung ein. Mit nunmehr mehr als vier Metern Länge (plus 111 Millimeter, auf 4.108 Millimeter), 48 Millimetern Breitenzuwachs (auf 1.780 Millimeter) und einer Radstandsstreckung um 94 Millimeter (auf 2.564 Millimeter) samt einem Alzerl niedrigerer Gesamthöhe wirkt er dynamischer und sportlicher, um nicht zu sagen emotionaler. Dennoch ist nicht nur das Interieur geräumiger. Das Kofferraumvolumen hat um 50 Liter zugelegt – auf 380 Liter. Per Umlegefondlehnen kann das auf 1.190 Liter erweitert werden.

Das ist natürlich längst noch nicht alles: Der Fabia ist auch windschlüpriger geworden. Nachdem Antriebselektrifizierung in dieser Fahrzeugklasse aus Kostengründen kein Thema ist, haben die Entwickler penibel an der Aerodynamik gefeilt. Zu den Detailmaßnahmen gehören neben einer Optimierung der Lufteinlässe, der Außenspiegel und der Räder eine Teilverkleidung des Unterbodens und eine aktive Kühlerlamellenjalousie. Resultat ist ein mehr als herzeigbarer cW-Wert von 0,28. Damit sollen Reichweiten von bis zu 900 Kilometer pro Tankfüllung möglich sein, wenn das optionale 50-Liter-Spritreservoir an Bord ist (Standard: 40 Liter).

„Der Fabia ist die neue Größe im Segment: Er bietet Škoda-typisch das beste Platzangebot seiner Klasse!“ Gregor Waidacher, Pressesprecher Škoda Österreich

Antriebsseitig hat sich das Portfolio auf Benziner reduziert, Diesel und Erdgas sind obsolet. Nun besteht die Auswahl aus einem 1,0-Liter-Dreizylinder, mit und ohne Aufladung, sowie einem 1,5-Liter-Vierzylinder. Die nicht zwangsbeatmeten kleinen Aggregate (MPI) haben 65 oder 80 PS, die Turbos (TSI) sind 95 oder 110 PS stark. Der 1,5-Liter bringt es auf 150 PS (dazu gibt es serienmäßig ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe) – er ist damit der Sportlichste der Baureihe. An den Marktstart rollt der Fabia IV mit 80, 95 und 110 PS, jeweils in der Ausstattungsstufe Ambition. Die anderen Leistungsabstufungen werden ebenso wie weitere Mitgiftniveaus – zum Beispiel Active und Monte Carlo – sukzessive nachgereicht.

Zur Dynamisierung des Fabia kommt – logischerweise – eine umfassende Technikmodernisierung. Das neu und zwar pragmatisch, doch elegant gestaltete Cockpit kann voll digital sein: in der höchsten Ausstattungsversion mit 10,25-Zoll-Kombiinstrument und 9,2-Zoll-Infotainment-Touchdisplay. Die Elektronik-Features sind nun auf der Höhe der gesamten aktuellen Škoda-Familie, mit sämtlichen Details, von permanenter Online-Präsenz bis zu – unter anderem – automatischer Klimatisierung auch in der zweiten Sitzreihe. Angereichert ist all das mit den bekannten Simply-Clever-Praxisdetails. Davon können bis zu 43 an Bord sein. Neu sind unter anderen eine Handyladeschale mit Kreditkarten- und Schreibstifthalter in der Mittelkonsole sowie Smartphone- Taschen für die Fondpassagiere.

Bleibt noch die Frage nach dem Combi. Der bleibt in der Version der dritten Generation vorerst weiterhin im Modellprogramm. Mehr als 50 Prozent der Käufer wählen die Lader-Variante. Aktueller Zeithorizont ist 2023. Die Entscheidung, ob es die Langrückenversion auf Basis des Fabia IV geben wird, ist noch ausständig.