60 Kilometer elektrisch. In Zeiten wie diesen sind Hybridautos gefragte Modelle – die Elektrifizierung hat jetzt auch den Octavia erreicht. Und ist bis zu 245 PS stark.

Von Peter Urbanek. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:30)
Passen RS und Plug-in-Hybrid zusammen? Klare Antwort: Ja! Der Octavia iV RS hinterließ bei unserer ersten Ausfahrt einen ausgezeichneten Eindruck. Das Zusammenspiel zwischen Benzin- und Elektromotor funktioniert perfekt. Rein elektrisch schafft der Tscheche eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h, insgesamt wird Tempo 225 angegeben.
Škoda

Es ist natürlich logisch, dass der Octavia – Bestseller aus dem Hause Škoda – auch den Weg in die Elektrifizierung geht. Und natürlich wird die Technik aus dem VW-Regal genommen. iV – die zwei Buchstaben stehen für eine Škoda-Submarke. iV wie „innovative Vehicle“.

Nach dem Superb iV ist der Octavia iV das zweite Škoda-Modell mit einem Plug-in-Hybridantrieb (der Enyaq iV, der im Frühjahr 2021 in Österreich starten wird, ist ein Vollelektriker). Zwei Versionen werden kommen: der „normale“ Octavia iV mit einer Systemleistung von 204 PS, und der Octavia iV RS mit 245 PS. Jeweils mit 1,4-Liter-Turbobenziner und Elektromotor.

Beide Škoda verfügen über eine Lithium-Ionen-Batterie, deren Energieinhalt 13 kWh beträgt. Laut Mladá Boleslav ist damit eine elektrische Reichweite von maximal 60 Kilometern möglich. Gesagt, getan – die Probe wurde aufs Exempel gemacht. Abfahrt Flughafen Wien-Schwechat bis Jois am Neusiedlersee, nur elektrisch, vorsichtig, normal, der Versuch gelang, immerhin knapp 60 Kilometer Wegstrecke. Respekt – am Ziel wurden noch immer elf Prozent Batterierestladung angezeigt. Beim Anstieg über das Leithagebirge schien sich die Elektrokraft in Sekunden zu verflüchtigen, um dann bei der Abfahrt bremsenenergierückgewinnend wieder zu steigen (die Rekuperation arbeitet automatisch oder ist vom Fahrer einstellbar).

Passt perfekt dazu: das Sechs-Gang-Direktschaltgetriebe. Der Octavia iV bzw. der Octavia iV RS rollt leise, vornehm, angenehm durch die Landschaft, bei sportlicher Bergfahrt singen nur die Reifen ihren Gesang. Die CO 2 -Emissionen liegen bei rund 30 Gramm pro Kilometer, womit die Vorgaben der künftigen Abgasnorm Euro 6d locker erfüllt sind (und sich der Hersteller bezüglich EU-Vorgaben freut). Der Akku lässt sich bequem an einer Haushaltssteckdose oder einer Wallbox aufladen – Dauer (von null auf 100 Prozent): ca. fünf Stunden bzw. ca. drei Stunden und 30 Minuten.

Weiterer Elektrifizierungsschritt: e-TEC – als erstes Škoda-Serienfahrzeug gibt es den Octavia mit Mildhybrid-Technologie. Einmal 1.0 TSI mit 110 PS, einmal 1.5 TSI mit 150 PS. Bei beiden Motoren kommt eine Kombination aus Sieben-Gang-Direktschaltgetriebe, Riemen-Startergenerator und 48-Volt-Bordnetz zum Einsatz. Der Akku mit einem Energieinhalt von 0,6 kWh befindet sich unter dem Beifahrersitz und wird ausschließlich über die Rückgewinnung von Bremsenergie geladen. Die Mildhybrid-Technologie dient vor allem dazu, den Benziner bei Bedarf mit einem elektrischen Boost von bis zu 50 Newtonmeter zu versorgen und den e-TEC-Modellen das „Segeln“ mit komplett abgeschaltetem Triebwerk zu ermöglichen. Auf diese Weise sollen auf 100 Kilometer bis zu 0,4 Liter Kraftstoff eingespart werden.

Überraschend die Aussage von Škoda, dass die Kunden über 55 Jahre große Fans der Elektromobilität sind. Hätte man irgendwie nicht gedacht …